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„Fabienne“ in Hessen „Fabienne“ wütet in Südhessen

„Fabienne“, der erste Herbststurm des Jahres, hinterlässt eine Schneise der Zerstörung. Ein Mann wird schwer verletzt.

Sturm in Südhessen
Ein unbewohnbar gewordenes Haus im Darmstädter Stadtteil Bessungen. Foto: dpa

Mehrere Verletzte, abgedeckte Dächer, überschwemmte Straßen und entwurzelte Bäume: Sturmtief „Fabienne“ hat vor allem in  Südhessen erhebliche Schäden angerichtet und die Einsatzkräfte auch am Tag danach beschäftigt. „Die Aufräumarbeiten werden sich über den gesamten Montag hinziehen“, hieß es von der Feuerwehr Darmstadt, die mit 70 Mann vor allem umgestürzte Bäume im Stadtgebiet entfernte. Ein Schwerpunkt der Schäden lag in den Landkreisen Groß-Gerau und Darmstadt-Dieburg. Allein im Kreis Groß-Gerau wurden 75 Dächer abgedeckt, es kam zu 190 Einsätzen, 600 Feuerwehrleute waren vor Ort.

Die Auswirkungen des ersten Herbststurms des Jahres waren am Montag noch insbesondere im Bahnverkehr und am Frankfurter Flughafen zu spüren. Am Flughafen waren wegen Sturms und Starkregens rund 130 der insgesamt mehr als 1500 Flüge gestrichen worden und die Folgen am Montagmorgen zu spüren. „Es ist etwas voller als sonst“, sagte ein Sprecher der Flughafenbetreibers Fraport. Die Straßen waren indes wieder weitgehend frei, nachdem etwa die A67 bei Nauheim mit „Bäumen zugeschüttet gewesen war“, wie ein Mitarbeiter der Gefahrenabwehr des Kreises Groß-Gerau sagte. Auch die A5 zwischen Darmstadt und Heidelberg sowie zahlreiche andere Straßen war zeitweise wegen umgefallener Bäume blockiert.

Zwischen Darmstadt und Babenhausen mussten Pendler am Montag auf Busse umsteigen, weil mehrere herabstürzende Äste die Bahnleitung beschädigt hatten, wie ein Bahnsprecher sagte. Die Schäden sollten aber im Laufe des Montags behoben sein. Zwischen Ober-Roden und Dieburg sowie in Darmstadt-Arheilgen hätten die Züge am Morgen wieder normal fahren können.

Ein 55 Jahre alter Mann in Stockstadt am Rhein wurde am Sonntag schwer verletzt, als ein Baum auf sein Auto stürzte. In Nauheim gab es mehrere Leichtverletzte durch herumfliegende Glasscherben und Äste, wie die Kreispressestelle mitteilte.

In Offenbach wurde ein Siebenjähriger auf seinem Rad am Nachmittag von einem herabfallenden Ast am Kopf getroffen. Eine Frau versorgte den bewusstlosen Jungen bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes. Das Kind wurde aus dem Krankenhaus entlassen.

Im Kreis Darmstadt-Dieburg wurden nach Angaben der Feuerwehr mehrere Menschen von herabstürzenden Ziegeln und umherfliegenden Teilen leicht verletzt. Besonders schwer traf es die Kommunen Nauheim und Mörfelden-Walldorf. Hier hatte das Sturmtief „eine Spur der Zerstörung quer durch den Stadtteil Walldorf“ verursacht und auch das Dach der Stadthalle so stark beschädigt, dass deren Betrieb nicht mehr möglich sei, teilte die Stadt mit. Auch in Nauheim wurden zahlreiche Dächer abgedeckt. Am Montag waren vor allem Fachbetriebe vor Ort, um die Schäden zu beheben, wie es von der Gefahrenabwehr hieß.

In Darmstadt verzeichnete die Feuerwehr bis Montagvormittag 170 Einsätze,   so ein Sprecher. In Darmstadt-Eberstadt stürzte am Sonntag ein etwa zwölf Meter langer Ast auf das Dach eines Mehrfamilienhauses. 36 Bewohner wurden in Sicherheit gebracht. Da das Gebäude derzeit nicht bewohnbar sei, würden die Personen am Montag vom Sozialamt betreut, sagte ein Sprecher der Feuerwehr. In der Bessunger Straße hob eine Windböe das Dach eines mehrstöckigen Wohngebäudes an und schleuderte es auf ein Nebengebäude des benachbarten Tanzclubs „Huckebein“.

Auf der Baustelle der Teilchenbeschleunigeranlage Fair im Stadtteil Wixhausen wurde durch herabfallende Äste ein mobiler Flüssiggastank beschädigt. Weitere Einsätze gab es rund um das Merck-Stadion am Böllenfalltor und am Karlshof. Am Hauptbahnhof hatte der Sturm an der Fahrradleihstation fast alle Räder wie Dominosteine umgeworfen.

In Münster bei Dieburg waren Dachteile von einer Schule geflogen. Die Feuerwehr hatte allein in der Stadt mehr als 120 Einsätze. In Gräfenhausen wurde das Dach eines Supermarkts abgedeckt. In Rüsselsheim flogen 100 Styroporplatten auf einer Baustelle umher.

Mehr als 160 Notrufe meldete die Polizei in Südhessen. „Auffallend ist die hohe Zahl umgestürzter Bäume, die nach ersten Einschätzungen deutlich höher als bei bisherigen Unwettern war“, hieß es vom Polizeipräsidium. Ein Grund sei wahrscheinlich die noch vorhandene Belaubung gewesen, die dem Sturm eine große Angriffsfläche geboten habe.

Eine 46-jährige   Autofahrerin in Schaafheim wurde dagegen nicht, wie zunächst von der Polizei gemeldet, von herabstürzenden Ästen verletzt, sondern erlitt einen medizinischen Notfall in ihrem Wagen.      (mit jjo/dpa)

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