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European Business School (EBS) Jahns will wieder EBS-Chef sein

Christopher Jahns, der Ex-Präsident der European Business School Wiesbaden, geht erneut gegen seine Entlassung wegen des Verdachts auf Untreue vor. Er hat jetzt den EBS-Kanzler Georg Garlichs wegen versuchten Prozessbetrugs angezeigt.

10.08.2012 15:41
Volker Schmidt
Christopher Jahns, der entlassene Präsident der European Business School (EBS), schlägt juristisch gegen seinen alten Arbeitgeber zurück. Foto: Michael Schick

Christopher Jahns, der Ex-Präsident der European Business School Wiesbaden, geht erneut gegen seine Entlassung wegen des Verdachts auf Untreue vor. Er hat jetzt den EBS-Kanzler Georg Garlichs wegen versuchten Prozessbetrugs angezeigt.

Christopher Jahns will seinen Job wieder haben. Der frühere Präsident der European Business School (EBS) war im April 2011 fristlos entlassen worden. Jahns’ Klage dagegen vor dem Arbeitsgericht endete im September 2011 in einem Vergleich – den Jahns jetzt aber anficht. Den Kanzler und Geschäftsführer der EBS, Georg Garlichs, hat er nach eigenen Angaben wegen versuchten Prozessbetruges angezeigt.

Jahns musste gehen, als die Staatsanwaltschaft Wiesbaden Ermittlungen wegen des Verdachts der Untreue gegen ihn einleitete. 180.000 Euro sollen ohne entsprechende Gegenleistung von der EBS an die Schweizer Beratungsfirma Brainnet geflossen sein, an der Jahns beteiligt war. Jahns wurde zeitweise festgenommen. Später schob die EBS weitere Kündigungen nach; so soll Jahns Dienstwagen und Fahrer auch privat eingesetzt haben.

Sein Anwalt habe nun die Herausgabe wichtiger Dokumente erstritten, teilte Jahns am Freitag mit. Daraus gehe hervor, dass die EBS gewusst habe, dass Jahns Dienstwagen und Fahrer auch privat nutzte, erläutert sein Kommunikationsberater Dirk Metz. Die private Wirtschaftsuniversität habe in Abstimmung mit zwei Steuerberatern versucht, die Abgrenzung zwischen Dienst- und Privatfahrten rechtlich zu regeln.

Jahns sieht sich durch neue Dokumente entlastet

Die Hochschule habe zum Beispiel Stellungnahmen der Steuerberater, detaillierte Anweisungen an den Fahrer und andere verfahrenserhebliche Dokumente dem Gericht vorenthalten, so die Position von Jahns’ Anwalt Axel Weber. Aus ihnen gehe auch hervor, dass „die im Kündigungsverfahren aufgestellte Behauptung der EBS, man habe erst am 11. April 2011 von dem Einsatz des Fahrers für private Verrichtungen erfahren“, angesichts interner Korrespondenz von Anfang 2010 „schlicht falsch“ sei.

Weber sieht seinen Mandanten und das Gericht „arglistig getäuscht“. Jahns habe sich auf den Vergleich „nur eingelassen, weil er keinen Zugriff auf die Beweismittel hatte“. Deshalb hat Weber die Fortsetzung des Prozesses vor dem Arbeitsgericht beantragt mit dem Ziel, die Kündigungen für ungültig erklären zu lassen. Jahns-Sprecher Metz kündigte an, der Professor, der „bis heute arbeitslos“ sei, werde alle, die das zu verantworten hätten, „zur Rechenschaft ziehen“.

EBS spricht von „Ablenkungsmanöver“

Den Vorwurf der arglistigen Täuschung weist die EBS zurück. Jahns’ „Vorstellung“, weiter an der Hochschule beschäftigt zu werden, sei „unverfroren und rechtlich haltlos“. Die Anzeige gegen Garlichs nennt die EBS ein „leicht zu durchschauendes Ablenkungsmanöver des früheren Präsidenten“. Der ehemalige Uni-Präsident wolle vernebeln, dass die Staatsanwaltschaft jüngst ein zweites Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts der Untreue gegen ihn eingeleitet habe.

Darin geht es laut Oberstaatsanwalt Hartmut Ferse um Rechnungen von rund einer halben Million Euro, die die EBS unter Jahns’ Verantwortung bezahlt haben solle, ohne ausreichende Leistungen erhalten zu haben. Die Ermittlungen stünden noch ganz am Anfang. Im ersten Verfahren wegen der Brainnet-Zahlungen und der Nutzung des Dienstwagens hat die Staatsanwaltschaft bereits Anklage vor dem Landgericht Wiesbaden erhoben.

Jahns hat in Metz, der unter Roland Koch (CDU) hessischer Regierungssprecher war, einen umtriebigen und gut vernetzten Kommunikationsberater angeheuert. Der versucht nun, den Eindruck zu erwecken, die Wiesbadener Staatsanwaltschaft habe sich in Jahns verbissen.

Am Freitag transportierte der Wiesbadener Kurier Vorwürfe gegen die für den Fall Jahns zuständige Oberstaatsanwältin Gabriele Türmer. Ein Anwalt aus einem anderen Verfahren beklagt, dass die Behörde Anträge liegen lasse. Türmer habe zur Begründung auf „den aus der Presse hinlänglich bekannten EBS-Fall“ und die Arbeitsbelastung daraus verwiesen, so der Kurier; es sei eine Dienstaufsichtsbeschwerde ergangen. Laut Behördensprecher Ferse bearbeitet Türmer das Verfahren des Beschwerdeführers gar nicht.

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