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European Business School Bund rügt Privat-Uni

Das Bundesforschungsministerium hat einen Förderantrag der European Business School zurückgestellt. Zuerst sollen mögliche personelle und wirtschaftliche Verflechtungen der Privatuniversität und ihres Präsidenten mit Firmen geklärt werden.

27.01.2011 09:33
Sabine Müller und Frank Schuster
Die European Business School in Oestrich-Winkel. Foto: Michael Schick

Im Gegensatz zum Land Hessen ist der Bund bei der Förderung der wegen wirtschaftlicher Verknüpfungen in der Kritik stehenden Wiesbadener Privatuniversität European Business School (EBS) vorsichtiger. Wie das Bundesforschungsministerium am Mittwoch auf Anfrage bestätigte, ist ein Fördermittelantrag der EBS zurückgestellt worden. Es handele sich um das Projekt „Supply Chain School“. Die Antragsprüfer hätten dazu unter anderem noch Nachfragen bezüglich personeller und wirtschaftlicher Verknüpfungen der Privatuniversität mit Firmen, hieß es aus Berlin.

Das Bundesministerium habe der EBS im Rahmen des Logistik-Spitzenclusterwettbewerbs bislang zwei von insgesamt vier Projekten genehmigt, die es mit 2,3 Millionen Euro fördere. Das vierte Projekt „Cluster Sourcing-Tool“ sei bisher von der EBS nicht beantragt worden. Es gehe um insgesamt fünf Millionen Euro Fördergeld.

Nach Ansicht der Landtagsfraktion der Grünen konnte Hessens Wissenschaftsministerin Eva Kühne-Hörmann (CDU) in der Sitzung des zuständigen Ausschusses am Mittwoch in Wiesbaden nicht alle Fragen zu den engen Verbindungen zwischen der EBS und ihres Präsidenten Christopher Jahns zu mehreren Firmen endgültig klären.

„Eine private Hochschule, die allein vom Land 24,7 Millionen Euro für den Aufbau der juristischen Fakultät erhält, braucht ein Höchstmaß an Transparenz. Es ist noch immer nicht geklärt, ob beispielsweise zum Aufbau der Law School Beratungsaufträge an eine Firma gingen, in denen Jahns führende Funktionen inne hat“, sagte die Grünen-Sprecherin Sarah
Sorge.

Medien hatten über vier Firmen berichtet, in denen Jahns führende Funktionen inne habe. Nach Informationen der Grünen handele es sich jedoch um insgesamt 17 Firmen. Bei hohen öffentlichen Zuschüssen, so Sorge, habe die Öffentlichkeit ein Recht zu erfahren, ob es zwischen diesen Firmen und der EBS Finanzbeziehungen gebe und ob es dadurch zu Interessenkonflikten kommen könne.

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