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Erneuerbare Energien Hessen hat jetzt 1000 Windräder

Hessens 1000. Windrad wird bald Strom liefern. Umwelt- und Energieminister Tarek Al-Wazir (Grüne) feiert das als „Meilenstein der Energiewende“.

Erneuerbare Energien in Hessen
Etwa 2500 Windräder sind in Hessen für die Energiewende wohl nötig. Diese stehen auf den Höhen des Vordertaunus. Foto: Frank Rumpenhorst (dpa)

Es steht im nordhessischen Gemünden, gehört zu einem Windpark mit sieben Anlagen und soll vom nächsten Samstag an Strom liefern: Hessens 1000. Windrad.

Wirtschafts- und Energieminister Tarek Al-Wazir (Grüne), der die Anlage offiziell in Betrieb nehmen wird, nahm die runde Zahl zum Anlass, am Dienstag in Wiesbaden die Fortschritte Hessens bei der Energiewende vorzustellen.

„Alleine die von 2014 bis 2016 neu gebauten Windenergieanlagen sparen so viel Kohlendioxid ein, wie rund 550 000 Fahrzeuge verursachen“, sagte Al-Wazir. Mit erneuerbaren Energien könnten rechnerisch bis zu 1,8 Millionen Haushalte in Hessen mit Strom versorgt werden. Daran werde deutlich, welchen wichtigen Beitrag der Ausbau für die Begrenzung des Klimawandels leiste. Zudem sei dieser Ausbau nötig, um den Ausstieg aus der Atomkraft zu stemmen.

Al-Wazir verwies auf eine repräsentative Befragung vom November 2015. Demnach befürworteten 82 Prozent der Hessen die Energiewende, 71 Prozent seien bereit, dazu auch Windräder in ihrer Umgebung zu akzeptieren.

Peter Bartholomäus, Vorsitzender des Energieausschusses der Vereinigung der hessischen Unternehmerverbände (VhU), beklagte dagegen, dass die hessische Wirtschaft durch steigende Stromkosten belastet werde. Zudem hätten in der vom Minister angeführten Umfrage 88 Prozent der Befragten angegeben, sie fänden es ‚wichtig‘ oder ‚sehr wichtig‘, dass ‚die Energie für Haushalte nicht wesentlich teurer‘ werde.

Der Windpark in Gemünden versorgt rund 9000 Haushalte in der Region mit Strom. An dem 35-Millionen-Euro-Projekt beteiligt sind der Landkreis Waldeck-Frankenberg, die Stadtwerke Frankenberg und eine kommunale Gesellschaft aus Bad Wildungen. Etwa 20 Prozent der Anteile können Bürger und Bürgerinnen aus der Region erwerben. Damit sei der Park vorbildlich in der Region verankert, was die Akzeptanz noch fördere.

Janine Wissler, Vorsitzende und energiepolitische Sprecherin der Linken, mahnt: „Der Jubel über die tausendste Windkraftanlage darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass wir bei der Energiewende noch erheblichen Nachholbedarf haben.“ Wenn die Klimaziele von Paris erreicht werden sollen, müsse der Windkraftausbau in Hessen deutlich beschleunigt werden, vor allem in Südhessen und dem Rhein-Main-Gebiet.

Die FDP dagegen wertet die Inbetriebnahme des 1000. Windrads als eine „schlechte Nachricht“. Sie wirft CDU und Grünen vor, Bürgerinitiativen, Naturschutzverbände und Gemeinden zu ignorieren, die gegen den Windkraftausbau kämpften. Dieser belaste die Anwohner immer stärker und zerstöre die Landschaft.

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