Lade Inhalte...

Ermittlungen im Lahn-Dill-Kreis Polizei-Razzia zielte auf Hooligan-Truppe „Berserker“

Das Innenministerium bestätigt FR-Recherchen. Bereits seit März vergangenen Jahres werde gegen zwei Mitglieder der Gruppe wegen Drogendelikten und des Verdachts auf Verstoß gegen Waffengesetze ermittelt.

Das hessische Innenministerium hat bestätigt, dass die aktuell laufenden Ermittlungen gegen eine mutmaßliche rechtsradikale kriminelle Vereinigung aus dem Lahn-Dill-Kreis sich gegen Mitglieder der Hooligan-Truppe „Berserker Lahn-Dill“ richten.

Bereits seit März vergangenen Jahres sei gegen zwei Mitglieder der Gruppe wegen Drogendelikten und des Verdachts auf Verstoß gegen Waffengesetze ermittelt worden, heißt es in der Antwort des Innenministeriums auf eine Anfrage des hessischen Landtagsabgeordneten Stephan Grüger (SPD), die der Frankfurter Rundschau vorliegt. Bei den Ermittlungen hätten sich dann Erkenntnisse ergeben, die im vergangenen September zu dem Verfahren wegen Bildung einer kriminellen Vereinigung geführt hätten. 

Ende Januar hatten Spezialkräfte der hessischen Polizei insgesamt vier Wohnungen in der Nähe von Dillenburg durchsucht und dabei Messer, Computer, Handys sowie Luft- und Schreckschusswaffen sichergestellt. Die zuständige Staatsanwaltschaft Frankfurt hatte lediglich mitgeteilt, dass den vier Beschuldigten im Alter von 27 bis 40 Jahren vorgeworfen werde, eine hierarchisch strukturierte und teilweise uniformierte Gruppe mit bis zu 100 Anhängern gebildet zu haben. Sie seien der rechten Szene zuzuordnen und der Polizei bereits wegen mehrerer Gewaltdelikte bekannt.

Kurz nach der Razzia hatte die FR eigene Rechercheergebnisse veröffentlicht, denen zufolge die Ermittlungen sich gegen die Gründer des lokalen Ablegers der rechtsextremen „Berserker Pforzheim“ im Lahn-Dill-Kreis richteten. Durch die Angaben des Innenministeriums werden diese Recherchen nun bestätigt.

Erstmals waren im April vergangenen Jahres auf einer Neonazi-Demonstration in Wetzlar Rechtsradikale mit einheitlichen Pullovern mit der Aufschrift „Berserker Lahn-Dill“ aufgefallen. Anhänger und Führungsfiguren der Gruppe hatten aber schon seit April 2016 an rechten Demonstrationen teilgenommen, etwa in Haiger im Lahn-Dill-Kreis. Kurz nach der Razzia hatte eine Führungsfigur der Gruppe auf Facebook deren Auflösung bekannt gegeben – vermutlich, um weiterer Strafverfolgung zu entgehen. 

Wie es in der Antwort des Innenministeriums weiter heißt, habe der enge Kreis der „Berserker Lahn-Dill“ weniger als zehn Personen umfasst; die Gruppe sei sowohl in der Neonazi-Szene als auch in anderen rechtsextremen Kreisen vernetzt gewesen. 

Die Staatsanwaltschaft Frankfurt ist derzeit noch mit der Auswertung der im Januar sichergestellten Beweisstücke beschäftigt, insbesondere mit zahlreichen Computern, Handys und Festplatten. Behördensprecherin Nadja Niesen sagte der Frankfurter Rundschau auf Anfrage, es sei derzeit noch nicht absehbar, wie lange die Auswertung noch dauern werde. Die vier Beschuldigten hätten sich zu den Vorwürfen bislang noch nicht geäußert. Die Ermittlungen dauerten an. 

Die Zeitung für Menschen mit starken Überzeugungen.

Multimedia App E-Paper
App
Online Kundenservice Abo-Shop
Ok

Um Ihnen ein besseres Nutzererlebnis zu bieten, verwenden wir Cookies. Durch Nutzung unserer Dienste stimmen Sie unserer Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen