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Entwicklung Rhein-Main Noch viel Misstrauen

Die Frankfurter Wohnungbaugesellschaft AGB ist inzwischen auch in anderen Städten der Region aktiv. Doch beim Wohnungsbau fällt den Kommunen eine engere Zusammenarbeit besonders schwer. Die Angst, von Frankfurt überrannt zu werden, sitzt tief.

Stefan Schmitt (CDU) spricht offen aus, was nicht wenige Bürgermeister und Planungsdezernenten im Frankfurter Umland denken. „Wir werden nicht die Frankfurter Wohnungsprobleme lösen“, sagt der Erste Stadtrat von Neu-Isenburg.

Zwar soll auf einer früher gewerblich genutzten Brachfläche im Süden der Stadt ein neues Quartier mit Büros und Wohnungen für bis zu 1500 Menschen entstehen. Der Stadt Frankfurt zu erlauben, auch Wohnraum für eigene Wohnungssuchende zu schaffen, wie es Offenbach auf dem früheren Man-Roland-Gelände tut, kommt für Schmitt aber nicht infrage. Ziel sei es, den Bedarf der Isenburger abzudecken. Sozialwohnungen habe man bewusst nicht vorgesehen. Die Stadt stehe bei gefördertem Wohnraum schon gut da.

Probleme exportieren

Mag sein, dass die Frankfurter vom hohen Ross hinabgestiegen sind, wie das Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) im Herbst formulierte, und inzwischen auf Augenhöhe mit ihren Nachbarn sprechen. Sobald die Stadt oder die städtische Wohnbaugesellschaft ABG über Kooperationen für den Wohnungsbau verhandeln wollen, wittern einige Rathauschefs und Stadtverordnete dennoch bis heute nichts Gutes. Tief eingebrannt haben sich die Erinnerungen an die 70er und 80er Jahre, in denen die Frankfurter aus nicht nur hehren Motiven in Kommunen wie Maintal Sozialwohnungen hochzogen. Dass die reiche Stadt im Zentrum der Region ihre sozialen Probleme exportieren könnte, bleibt eine mehr oder weniger offen formulierte Furcht.

ABG-Geschäftsführer Frank Junker sieht die interkommunale Zusammenarbeit beim Thema Wohnungsbau dennoch auf einem ganz guten Weg. Diese biete große Chancen, weil es in der Region anders als in Frankfurt noch möglich sei, günstig zu bauen.

AGB baut in der Region

Die städtische Wohnbaugesellschaft ist nicht nur in Offenbach aktiv. Auf einer Konversionsfläche in Friedberg will sie von Mai an 116 Mietwohnungen errichten. 44 öffentliche geförderte Wohnungen baut sie im Auftrag der Stadt Mörfelden-Walldorf. Und Projekte in zwei weiteren Kommunen seien in der Pipeline.

In Rodgau, einer Stadt mit großen Baulandreserven und sechs S-Bahn-Stationen, haben die Frankfurter ihren Wunsch nach Zusammenarbeit bisher nicht geäußert. Dabei kann sich Bürgermeister Jürgen Hoffmann (SPD) Kooperationen beim Wohnungsbau vorstellen, wenn das Projekt ausgewogen ist und partnerschaftlich angegangen wird. Auch ihm gehe es nicht darum, der Stadt Frankfurt zu helfen, stellt Hoffmann klar. Ziel müsse es aber sein, dass die Menschen in der Region bezahlbaren Wohnraum finden. Dazu könne Rodgau beitragen.

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