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Energiegipfel Hessen will bei Energiewende aufholen

Beim Strom hat das Land Hessen den Anteil an erneuerbaren Energiequellen seit 2010 verdoppelt - und doch ist das Ziel, bis 2018 rund 25 Prozent des Bedarfs aus Sonne, Wind und Wasser zu decken, noch weit entfernt. Der Energiegipfel sucht Wege, das zu ändern.

Etwa 14,4 Prozent des Stroms in Hessen wird durch erneuerbare Energiequellen erzeugt - bundesweit waren es im vergangenen Jahr 25 Prozent, Tendenz steigend. Foto: Rolf Oeser

Energie aus Sonne, Wind und Wasser deckt 14,4 Prozent des Stromverbrauchs in Hessen. Damit liege der Anteil doppelt so hoch wie 2010, sagt Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir (Grüne).

Andererseits ist Hessen weit entfernt vom Ziel der schwarz-grünen Regierung, bis 2018 den Anteil der Erneuerbaren auf 25 Prozent zu steigern. Darauf wies SPD-Umweltpolitiker Timon Gremmels am Dienstag in Wiesbaden hin und äußerte den Verdacht, „dass Schwarz-Grün die Energiewende ausbremst, statt sie zu beschleunigen“. Linken-Fraktionschefin Janine Wissler urteilte: „Der Energiewende in Hessen droht die Luft auszugehen.“

Für Mittwoch hat Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) Politiker und Verbände zum zweiten Energiegipfel eingeladen. Der erste Gipfel war vor mehr als vier Jahren einberufen worden, als Bouffier nach der Atomkatastrophe im japanischen Fukushima einen neuen Weg in der Energiepolitik einschlagen wollte.

Nun solle es darum gehen, „wie wir die gemeinsam beschlossenen Ziele der Energiepolitik in Hessen weiter effektiv verfolgen“, sagte Bouffier. Das ist ein Signal in Richtung der FDP, die sich von dem damals im Konsens getragenen Ziel verabschiedet hat, zwei Prozent der Landesfläche für Windräder vorzuhalten.

Gerade bei der Windkraft hat sich einiges getan. Seit dem Regierungswechsel im Januar 2014 bis Mitte dieses Jahres seien 110 Windenergieanlagen gebaut worden, berichtete Al-Wazir. Auch wenn man die 18 stillgelegten Windräder davon abziehe, sei die Windkraftleistung um über 30 Prozent erhöht worden. Aktuell befinden sich nach den Angaben des Ministers so viele Windräder im Genehmigungsverfahren, dass die Leistung durch ihren Bau mehr als verdoppelt würde.

Der Grüne Al-Wazir sieht eine hohe Akzeptanz für Windräder in Hessen. Nach einer Infratest-Umfrage hielten es 71 Prozent der Hessen für zumutbar, wenn in ihrer Nachbarschaft Windkraftanlagen errichtet würden. Bei denjenigen, die bereits ein Windrad in der Nähe haben, sei die Zustimmung sogar noch größer.

SPD-Politiker Gremmels forderte, nur noch Flächen mit sehr viel Wind – nämlich mindestens sechs Meter pro Sekunde – für den Zubau auszuweisen. Bisher liegt die Hürde mit 5,75 Metern niedriger. Die Beibehaltung dieses Standards würde nach Ansicht der SPD dazu führen, dass auch Gebiete mit zu wenig Wind als Vorrangflächen ausgewiesen, aber gar nicht genutzt würden.

Al-Wazir lobte am Dienstag in Kassel Kommunen, die zu den wichtigsten Akteuren der Energiewende gehörten. Der Chef des Verbandes kommunaler Unternehmen, Ralf Schodlok, sagte, die Energiewende könne „nur mit deutlich verbesserten Rahmenbedingungen für kommunale Energieunternehmen“ gelingen. Der Mindestabstand zu Siedlungen dürfe nicht von den derzeit 1000 Metern heraufgesetzt werden.

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