Lade Inhalte...

Energiegewinnung am Main Strom aus dem Strom

Die Stromerzeugung im Main begann mit dem Ausbau des Flusses zur Wasserschifffahrtsstraße in den 1920er Jahren. Um mit großen Frachtern bis nach Bayern

Die Stromerzeugung im Main begann mit dem Ausbau des Flusses zur Wasserschifffahrtsstraße in den 1920er Jahren. Um mit großen Frachtern bis nach Bayern hinein - seit Eröffnung des Main-Donau-Kanals 1992 sogar bis zum Schwarzen Meer - fahren zu können, regulieren 34 Staustufen den Fluss. In 32 von ihnen wird bereits Strom erzeugt, das Kraftwerk Kostheim ist Nummer 33.

Ende 2008 wurde auch für Großkrotzenburg ein Vertrag zwischen dem Wasser- und Schifffahrtsamt (WSA) und der Juwi AG aus Wörrstadt geschlossen. Der sieht eine jährliche Zahlung von Juwi vor, abhängig vom Stromertrag. Also eine Art Pachtvertrag mit Umsatzbeteiligung. Juwi arbeitet derzeit am Planfeststellungsverfahren. Wenn alles gut läuft, so Juwi-Sprecher Christian Hinsch, könnte 2010 mit dem Bau des auf zwei Megawatt Leistung projektierten Kraftwerks begonnen werden. Die Juwi-Gruppe ist bereits im Bereich der erneuerbaren Energien aktiv und will mit dem Main-Kraftwerk ihr Portfolio um Wasserkraft ergänzen. Vor rund 90 Jahren war der Main nur bis Aschaffenburg schiffbar. Zum weiteren Ausbau gründeten das Reich und die Länder 1921 die Rhein-Main-Donau AG (RMD), die 1924 in Würzburg ihr erstes Kraftwerk errichtete und 1927 mit dem Flussausbau begann. Gewinne aus der Stromerzeugung sollten den Bau des Kanals finanzieren. Also wurden oberhalb von Aschaffenburg in die Staustufen Turbinen eingebaut. Schwerpunkt des Ausbaus waren die 1930er und 1950er Jahre.

Donaukanal abbezahlen

Seit 1996 gehört die RMD zu knapp 78 Prozent dem Konzern Eon. Mit 0,01 Prozent sind noch Kommunen beteiligt, darunter auch die Stadt Frankfurt. Weil die RMD aber noch bis etwa 2025 Schuldendienst für die Kredite aus dem Kanalbau leistet, ist mit Ausschüttungen nicht zu rechnen. Langfristig könnte die öffentliche Hand wieder stärker von der Stromerzeugung per Wasserkraft im Main profitieren, denn alle RMD-Kraftwerke gehen 2050 wieder in Staatsbesitz über.

Heute werden in den 31 Kraftwerken von Eon Wasserkraft - dazu gehören mit Offenbach und Kesselstadt auch zwei unterhalb Aschaffenburgs - mit einer Ausbauleistung von zusammen knapp 110 Megawatt 715 Gigawattstunden Strom produziert.

Lediglich die Anlagen in den Staustufen Griesheim und Eddersheim betreibt das Schifffahrtsamt noch in eigener Regie. Der anfallende Strom - im Schnitt mehr als 50 Millionen Kilowattstunden pro Jahr - wird vom Frankfurter Energieversorger Mainova vermarktet. Ein gutes Geschäft für das Unternehmen, das zu knapp 25 Prozent Eon gehört. Denn die Behörde erhält lediglich eine kostendeckende Pauschale für die Unterhaltung. Allerdings laufen diese Verträge 2016 aus. Danach könnte der Staat als Eigentümer der Anlagen mehr Anteil an den Stromgewinnen haben wollen - so wie künftig in Großkrotzenburg.

Die Zeitung für Menschen mit starken Überzeugungen.

Multimedia App E-Paper
App
Online Kundenservice Abo-Shop
Ok

Um Ihnen ein besseres Nutzererlebnis zu bieten, verwenden wir Cookies. Durch Nutzung unserer Dienste stimmen Sie unserer Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen