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Zoo Frankfurt Neues Menschenaffenhaus eröffnet

Im Frankfurter Zoo ist das neue Menschenaffenhaus eröffnet worden. Den Orang-Utans, Gorillas und Bonobos gefällt der "Borgori-Wald" so gut, dass sie nach dem ersten Tag Muskelkater hatten.

12.06.2008 12:06
Affenhaus
Orang Utan im neuen Haus. Foto: dpa

Frankfurt (dpa/lhe) - Im Frankfurter Zoo können sich die Besucher jetzt unter die Affen mischen. "Das Unterhaltungsprogramm für euch ist eröffnet", rief Zoodirektor Manfred Niekisch den Gorillas, Orang-Utans und Bonobos zu, als er gemeinsam mit Kulturdezernent Felix Semmelroth (CDU) die neue Attraktion des Zoos symbolisch mit einem Machetenschlag durch eine Liane eröffnete.

"Die Affen freuen sich auf Sie", versicherte Niekisch den Gästen der Eröffnungsfeier im "Borgori-Wald". Besucher seien Teil des Konzepts, mit dem den Tieren möglichst viel Abwechslung geboten werde. Der 14,5 Millionen teure Neubau für die sieben Orang-Utans, sieben Gorillas und zwölf Bonobos ersetzt das alte Affenhaus aus dem Jahr 1959, das inzwischen abgerissen wurde. "Borgori" ist ein Kunstwort aus den Namen der drei Arten: "Bonobo", "Orang-Utan" und "Gorilla".

Abwechslungsreiche Kletterlandschaften

In der Tat zeigten sich die Affen, die schon vor einigen Wochen im neuen Heim Quartier bezogen hatten, interessiert an den ersten Besuchern. Der ein wenig in die Jahre gekommene Silberrücken "Matze" (53), unangefochtener Kopf der Gorilla-Familie und einer der Stars im Frankfurter Zoo, setzte sich direkt hinter die Panzerglasscheibe, um sich nichts entgehen zu lassen. Derweil turnten die anderen auf den Klettergerüsten in der künstlichen Felslandschaft herum.

In dem lichtdurchfluteten Bau mit Glaskuppeldach gehen die Besucher zwischen den großzügigen Gehegen hindurch und können die Tiere von vielen Blickwinkeln durch Panzerglas sehen. Weiter oben sind Stahlnetze die Begrenzung, so dass die Affen auch zu hören und zu riechen sind.

Die mit tropischen Bäumen und Sträuchern bepflanzten Wege sind verwinkelt, immer wieder sind neue Einblicke möglich. "Die Besucher sollen auf eine Entdeckungstour gehen", sagte Tierpfleger Carsten Knott. Von einer Galerie aus ist auch ein Blick von oben möglich. Aus 250 Baumstämmen wurden für die Affen Kletterlandschaften gestaltet, bei deren Montage eine Kletterschule half. Eine Außenanlage soll im kommenden Jahr fertig sein.

Muskelkater nach dem ersten Tag

"Die Affen fühlen sich sehr wohl", sagte Zoodirektor Niekisch, der die Idee hatte, den Umzug vom benachbarten Altbau mit Laufgittern wie im Zirkus über die Bühne zu bringen. So hatten die Tiere nicht betäubt werden müssen. Die Affen schafften den Übergang problemlos und lebten sich rasch ein. Auch "Matze" lief schnurstracks los. Die Orang-Utans, zuvor in gekachelten Käfigen untergebracht, hätten sich sichtlich über ihre zwölf Meter hohen Klettergerüste gefreut, berichtete Niekisch. Noch nie zuvor seien sie so hoch geklettert. Nach dem ersten Tag hätten sie Muskelkater gehabt.

Es reiche allerdings nicht aus, Tiere so gut wie möglich zu halten und Millionen dafür auszugeben, mahnte Niekisch. "Das wäre verantwortungslos." Hinzukommen müsse Engagement für die Artgenossen in der freien Natur, deren Überleben nur mit erheblichen Naturschutzanstrengungen gesichert werden könne. Nur, wenn diese Botschaft vermittelt wird, sind aus seiner Sicht Zoos überhaupt gerechtfertigt. Neben den Gehegen wird deshalb auf die Lage der vom Aussterben bedrohten Menschenaffen hingewiesen und über die Gründe dafür informiert.

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