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S-Bahnhof Eschborn-Süd Durchrasen und malochen

Hell und sauber, aber weit und breit kein Café in Sicht: Die S-Bahn-Station Eschborn-Süd ist der ideale Bahnhof für den eiligen Pendler. Von Claudia Horkheimer

22.03.2010 20:03
Claudia Horkheimer
Bahnhof für eilige Pendler: die S-Bahn-Station Eschborn-Süd. Foto: Schick/FR

Die Mängelliste der S-Bahn-Station Eschborn Süd war bei unserem letzten Test vor fünf Jahren beinahe länger als der Bahnsteig. Beispielsweise mussten sich dort zu Stoßzeiten gleichzeitig Hunderte Pendler aus Darmstadt, Bad-Soden, Kronberg und Frankfurt wie die Lemminge durch die zu enge Unterführung quälen. Der Bahnsteig war nicht für Behinderte zugänglich und die ganze Anlage wirkte dreckig und verkommen. Nach der Modernisierung im Jahr 2008 für mehr als sechs Millionen Euro hat sich vieles gebessert. Einiges ist jedoch immer noch nicht ganz perfekt.

Der erste Eindruck: freundlich, hell und sauber. Mehr als 5000 Besucher und 145 Züge frequentieren den für das Industriegebiet Eschborn Süd so wichtigen S-Bahnhof, der jedoch völlig abseits am Ortsrand liegt.

Die Anlage ist übersichtlich gestaltet, viele Wegweiser erleichtern das Zurechtfinden sowohl zum richtigen Gleis als auch, um vom Bahnhof den Weg in die Innenstadt oder das Gewerbegebiet zu finden. An der Ostseite der Station liegen Wiesen, durch die Rad- und Fußwege Richtung Stadtmitte führen.

Positiv zu bewerten sind die 154 kostenlosen Park&Ride-Plätze im einem zweigeschossigen Parkdeck direkt vor dem Eingang. Da die Parkbuchten breit genug sind, sind die mangelnden Familienparkplätze kein Manko. Jedoch sind drei Behindertenparkplätze in der vordersten Reihe knapp bemessen. Dafür gibt es 99 teilweise überdachte Fahrradstellplätze direkt vor dem Eingang sowie 24 anmietbare Farradboxen. Auch wer mit dem Bus kommt, hat nur wenige Schritte zu den Gleisen.

Negativ fällt auf, dass es trotz großangelegtem Umbau keine Toiletten gibt. Auch der ursprünglich geplante Lift wurde nicht umgesetzt, weil man Vandalismus befürchtete. Wer mit Rollstuhl oder Kinderwagen anrückt, kommt dennoch über zwei beheizbare Rampen komfortabel zu den Gleisen. Blinden dürften allerdings die mangelnden Lautsprecherdurchsagen Probleme bereiten. Auch die elektronische Fahrplaninformation ist nicht von allen Stellen aus und für ältere Menschen schwer einzusehen.

Eschborn Süd ist ein Pendlerbahnhof, für Leute mit wenig Zeit. Wer hingegen länger und bei Wind und Wetter warten muss, hat Pech, denn es gibt nur wenige gut geschützte Sitzplätze und keine Angebote die Zeit zu überbrücken. Die nächste Dönerbude ist mehrere hundert Meter entfernt, ansonsten ist kein Kiosk und kein Café in Sicht. Nur ein einsamer Snackautomat kann einem die Wartezeit versüßen. Schade, denn das freundliche Ambiente bietet Raum für mehr.

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