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Preise wie vor 150 Jahren Mensch und Tier rücken zusammen

Im Jubiläumsjahr gibt's im Frankfurter Zoo ein neues Reich für Affen - und Roger Willemsen liest beim großen Fest am 8. August aus Brehms Tierleben.

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1924 war alles noch anders im Zoo. Da schrieb sich sogar das Insektenhaus mit "c". Foto: Zoo Frankfurt

Die eigentlichen Gewinner des Jubiläumsjahrs sind in jedem Fall die Menschenaffen. Denn die hausen derzeit im Frankfurter Zoo unter teilweise menschenaffenunwürdigen Bedingungen.

Das soll sich ändern, wenn Anfang Mai - ein genaues Datum steht noch nicht fest, der Borgori-Wald eingeweiht wird. 9500 Quadratmeter, die keine Gemeinsamkeit mehr mit den aktuellen gekachelten Affenverließen gemeinsam haben werden. Und Mensch und Affe werden noch enger zusammen rücken, wenn Zoodirektor Manfred Niekisch seine Idee von tierorientierten Kinderspielplätzen verwirklichen wird, auf denen die Menschenkinder "wie die Gibbons" klettern können.

Von den Menschenaffen nun zu Roger Willemsen: Der kommt, wenn's richtig Ernst wird, nämlich am Abend des 8. August, wenn das große Jubiläumsfest "Gestern trifft Heute" beginnt, um aus Brehms Tierleben zu lesen.

Schlechte Nachricht: Geschlossene Veranstaltung. Gute Nachricht: Am Wochenende darauf ist der Zoo so offen wie nie. Von 10 bis 18 Uhr soll an beiden Tagen groß gefeiert werden - "mit Eintrittspreisen wie vor 150 Jahren", versprechen die Veranstalter. Wie viel das genau ist, das wird derzeit noch recherchiert. Bisherige Schätzungen lauten auf einen Euro. Es war eben nicht alles schlecht damals.

Das wird ein buntes Treiben werden: Die Dramatische Bühne will Szenen aus der 150-jährigen Geschichte des Zoos nachspielen, Opernarien wie die vom Vogelfänger werden geschmettert, und in szenischen Lesungen treffen Rilkes Panther und Goethes Reineke Fuchs auf Loriots Steinlaus. Und noch mehr: "In einem Tierkäfig wird der durchschnittliche Nordeuropäer in artgerechter Haltung präsentiert", lockt das Veranstaltungsprogramm. Ein seltener Anblick, fürwahr.

Ostereier aus dem Zoo

Wer so lange nicht warten will, der kann sich erstmal auf Ostern im Zoo freuen. Am 23. und 24. März kommen vor allem die Kinder auf ihre Kosten: Sie können sich zu Tieren umschminken lassen, dem Hasen Krumbi seine Eiere stehlen oder eigenhändig Plüschtiere ausstopfen. Aber auch die Vorkriegsgeneration kommt voll auf ihre Kosten, wenn der Radiosender HR 4 an beiden Tagen auf einer Bühne sein "musikalisches Programm" lediglich durch "spannende Interviews" unterbricht.

Eher was für Feinschmecker dürfte das internationale Zoo-Fußballturnier der Tierpfleger sein, dass zu Ehren des Jubiläumszoos in diesem Jahr vom 13. bis 15. Juni auf dem Sportplatz der SG Riederwald über die Bühne geht. Damen aufgepasst: Vielleicht ist ja auch Knut-Papa Thomas Dörflein mit von der Partie. Interessant auch die Filmreihe, die der Zoo anlässlich des 99. Geburtstags von Bernhard Grzimek vom 24. April an zeigt und die überarbeitete Filme des Altmeisters und seines Sohnes Michael zeigt.

Apropos Grzimek: am 24. April erfolgt um 11 Uhr am Alfred-Brehm-Platz die offizielle Umbenennung von Teilen der Straße Am Tiergarten in Bernhard-Grzimek-Allee.

Nähere Informationen über das Jubiläumsprogramm unter www.zoo-frankfurt.de.

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