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Koreanische Sauna Auf heißen Jadesteinen schlafen

In der koreanischen Sauna kommt die Wärme aus den Bodenplatten. Diese sanfte Form des Schwitzens ist einmalig in Deutschland.

19.12.2008 00:12
Wie die Koreaner: Entspannen in der Therme. Foto: FR/Schick

Sanft schimmernde Jadesteinplatten bedecken den Fußboden der koreanischen Sauna in der Sodenia-Therme. Mehr als 200 Quadratmeter Bodenplatten aus koreanischer Jade wurden bei der Einrichtung der Sauna vor zwei Jahren verlegt. Die Jade sei gleichsam die Seele der Sauna, sagt Geschäftsführer Hyung Bog Lee. Denn die gesundheitsfördernde Wärme - die Platten werden auf 50, 60 oder 80 Grad aufgeheizt - wird direkt vom Stein an die Körper der Saunagäste abgegeben.

Die legen sich mit T-Shirt und kurzer Hose bekleidet direkt auf den Boden. Sitzbänke wie in einer Finnischen Sauna gibt es im Jjimjilbang, wie die koreanische Variante des Schwitzbades genannt wird, nicht. Das Jjimjilbang verdankt seine Erfindung der Vorliebe der Koreaner für die Fußbodenheizung, die auf der ostasiatischen Halbinsel eine mehr als tausendjährige Tradition hat.

Die wärme nicht nur den Körper, sondern auch die Seele, heißt es in Korea. Die Vorzüge dieser Art des Heizens sind von den Wissenschaftlern und Dichtern des Landes gelobt worden, die Wohnkultur der Koreaner wurde durch die Bodenheizung stark beeinflusst. So ist der Verzicht auf Stühle und Betten in Korea noch heute eher die Regel als die Ausnahme.

Viel lieber sitzt und schläft man dort auf dem angenehm temperierten Fußboden. Massenhafte Verbreitung fanden Saunen in ganz Korea, als Fortschritt und steigender Wohlstand dafür sorgten, dass mehr und mehr Privatwohnungen eigene Badezimmer bekamen. Viele zuvor als öffentliche Badehäuser genutzte Gebäude wurden zum Jjimjilbang umfunktioniert und der regelmäßige Saunagang schnell zum allseits beliebten Ritual.

Tag und Nacht geöffnet

Geschäftsleute nutzen die Sauna in Korea für Besprechungen, Familien verbringen ganze Wochenenden im Jjimjilbang und Touristen dienen die Ruheräume der rund um die Uhr geöffneten Wellness-Tempel als günstige Übernachtungsmöglichkeit.

Auch in Bad Soden ist die koreanische Sauna Tag und Nacht geöffnet. Das freut vor allem in Deutschland lebende Koreaner, die oft von weither anreisen, um sich in der Hitze zu entspannen und sich dabei "ein bisschen wie in der Heimat zu fühlen", wie Geschäftsführer Lee erklärt. Denn das Jjimjilbang in Bad Soden ist das erste und einzige in Deutschland.

Auch bei den deutschen Gästen der Sodenia-Therme werde die koreanische Sauna immer beliebter. "Der größte Teil der Saunabesucher sind mittlerweile Deutsche, die diese sanftere Form des Schwitzens schnell schätzen lernen, wenn sie sie einmal ausprobiert haben", so Lee.

Gerade, wer körperliche Beschwerden habe, komme gerne ins Jjimjilbang: die schonende Tiefenwärme helfe vor allem gegen Nerven- und Muskelschmerzen.

Verantwortlich für die schmerzlindernde Wirkung der koreanischen Sauna seien neben dem Jadestein auch die anderen verwendeten Materialien, vor allem die Ziegel aus Lösslehm und Eichenkohle, mit denen die Schwitzkabinen ausgekleidet sind.

"Die Ziegel geben langwellige Infrarot-Strahlung ab, deren positiver Einfluss auf den Körper wissenschaftlich belegt ist", stellt Hyung Bog Lee fest. Ein besonderer "Sauna-Rhythmus" wie in der Finnischen Sauna mit kalten Duschen und Ruhezeiten zwischen den Saunagängen ist im Jjimjilbang übrigens nicht üblich.

"Jeder bleibt so lange, wie er möchte, in der Wärme. Manche Gäste schlafen sogar in der Sauna", sagt Lee. (jöh)

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