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Wetterau NPD holt 14 Prozent in Büdingen

NPD-Hochburgen in der Wetterau: In Büdingen kommt die NPD nach dem Trendergebnis auf 14,2 Prozent. In der Gemeinde Altenstadt verzehnfacht die NPD ihren Stimmenanteil auf 12,3 Prozent.

Ein Wahlplakat der NPD in Büdingen. In der Stadt mit ca. 20.000 Einwohnern kam die rechtsextreme NPD bei den Kommunalwahlen auf satte 14 Prozent. Foto: dpa

NPD-Hochburgen in der Wetterau: Der Schock in Büdingen und Altenstadt sitzt tief. In Büdingen, der früheren Kreisstadt im Osten der Wetterau, wo sich eine Erstaufnahmeeinrichtung des Landes für Flüchtlinge befindet, kommt die rechtsextreme Nationaldemokratische Partei Deutschlands (NPD) nach dem Trendergebnis auf 14,2 Prozent. Als Spitzenkandidat der  rechtsextremen Partei trat in Büdingen der Stadtverordnete und Wetterauer Kreistagsabgeordnete Daniel Lachmann an, der auch Landesgeschäftsführer und stellvertretender Landesvorsitzender der hessischen NPD ist. Bei der Wahl 2011 hatten für die NPD nur 2,2 Prozent der Wähler in Büdingen gestimmt.

In der Gemeinde Altenstadt, wo der frühere NPD-Landesvorsitzende Stefan Jagsch kandidierte, der auch den Kreisverband Wetterau-Main-Kinzig führt, konnten die Rechtsextremen ihren Stimmenanteil von 1,2 Prozent auf 12,3 Prozent verzehnfachen. In ihrer früheren Hochburg Wölfersheim war die NPD nicht mehr angetreten. Kreisweit votierten in der Wetterau allerdings nur 1,8 Prozent für die Partei.

Laut Zwischenergebnis sind die Rechtsradikalen damit in Büdingen viertstärkste Kraft, nach der Freien Wählergruppe (FWG, 27,2), der CDU (21,8) und der SPD (18,3). Ein gutes Drittel der Wahlzettel muss dort noch ausgewertet werden. In Altenstadt wird die NPD wohl als fünftstärkste Kraft aus den Kommunalwahlen hervorgehen.

Anfang des Jahres hatten Neonazis einen Fackelumzug in der etwas mehr als 20.000 Einwohner zählenden Stadt geplant. Marschieren wollten sie 30. Januar, also am selben Tag, an dem die Nationalsozialisten 1933 die Ernennung Adolf Hitlers zum Reichskanzler mit einem Fackelumzug durch das Brandenburger Tor feierten. Die Stadt Büdingen erreichte mit einer Klage, dass zumindest keine Fackeln bei der Demonstration getragen werden durften (die FR berichtete).

Gegen die NPD läuft vor dem Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe ein Verbotsverfahren. Ihren Mitgliedern werfen die Ankläger in Karlsruhe vor, sie würden ein rassistisches Weltbild vertreten und die freiheitliche demokratische Grundordnung ablehnen. (jjo/dil)

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