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Hochtaunus AfD zweistellig im Kreis

In Bad Homburg sieht es nach den Trendergebnissen der Kommunalwahl nach einer schwarz-gelben Koalition aus. Das Wahlergebnis der FDP ist überraschend hoch ausgefallen.

Im Wahllokal der Kita Waldzwerge kamen CDU und SPD auf exakt 24,12 Prozent der Stimmen. Foto: Renate Hoyer

Bad Homburgs Oberbürgermeister Alexander Hetjes (CDU) sprach von einem „sensationellen Ergebnis“, bevor er sich in Richtung Landratsamt aufmachte. Seine Partei hat nach Auszählung der Listenstimmen 41,6 Prozent der Stimmen erhalten. Das sind 3,5 Prozentpunkte mehr als vor fünf Jahren.

Überraschend hoch fiel das Ergebnis der FDP aus: Die Partei bekam 10,1 Prozent, was einer Verbesserung von 4,2 Prozentpunkten im Vergleich zur Wahl 2011 entspricht. „Ein guter Abend“, so Vorsitzender Franz Tauber. Vor allem freue er sich über eine bürgerliche Mehrheit.

Eine Bewerbung um eine Koalition mit der CDU war das noch nicht. CDU-Chef Thorsten Bartsch wollte ebenfalls noch nicht über mögliche Koalitionen reden. „Wir freuen uns erst einmal über das großartige Ergebnis“, sagte er. Und das muss noch nicht das Ende sein. Die Partei rechnet am heutigen Montag noch mit Stimmen durch das Kumulieren und Panaschieren. Am Donnerstag komme der Vorstand der CDU zusammen, um das weitere Vorgehen zu beraten.

Auf das endgültige Ergebnis warten auch die Grünen. Vor fünf Jahren ist ihr Ergebnis am Folgetag noch einmal um rund vier Prozentpunkte gesunken. Bislang aber sei man zufrieden, erklärten die Stadtverordneten Alexander Unrath und Bardo Röhrig.

Unrath warf auch einen Blick auf die AfD, deren Sprecher Peter Münch sich nur einige Minuten im Rathaus aufhielt. Unrath nahm die 9,6 Prozent mit Bedenken zur Kenntnis, hoffte aber auf den Montag. Denn bislang wurden der AfD für jedes Listenkreuz 49 Stimmen zugesprochen. So viele Sitze hat die Bad Homburger Stadtverordnetenversammlung. Die AfD hat aber nur zehn Personen auf ihrer Liste, was bei einem Listenkreuz 30 Stimmen macht. Da werden folglich einige Stimmen wieder abgezogen. Aktuell käme die AfD auf fünf Sitze im Stadtparlament.

Für die SPD-Parteivorsitzende Elke Barth war das Abschneiden der AfD ein Schock. Für ihre Partei hofft sie auf zusätzliche Stimmen im Endergebnis. Die Partei habe aber ihr Ziel erreicht, wieder zweitstärkste Kraft im Homburger Parlament zu werden.

Norman Dießner von den Kreis-Grünen ist zufrieden. Die Wahl habe gezeigt, dass seine Partei eine stabile Kraft im Kreis sei. Es gebe Orte, in denen die Grünen besonders stark seien, so in Friedrichsdorf oder Oberursel.

Die AfD hatte sich als erste Partei im noch leeren Rund vor den Ergebnisbildschirmen im Kreishaus aufgebaut. Peter Münch, Kreis- und Ortssprecher der Partei, freute sich über sichere Zweistelligkeit im Kreis und hofft auf mehr als zehn Prozent in Bad Homburg. Münch zählte auf, was die Partei nun im Kreis anpacken will, dazu gehören der Haushalt und ein Stopp des bisher geplanten U2-Ausbaus.

Keine ganz entspannten Gesichter sah man in der Runde der CDU. Rechnerisch reicht es nach den Trendergebnissen wieder zu Schwarz-Rot, was die von der Union bevorzugte Koalition wäre, wie Vize-Parteichef Uwe Kraft sagte. Den Erfolg der AfD sieht die CDU als Folge der Bundespolitik, diese habe aber nichts mit der Politik vor Ort zu tun. Der Hochtaunuskreis bleibe weltoffen, sagte Landrat Ulrich Krebs am Wahlabend. Man habe mit der SPD ordentliche Lösungen zur Bewältigung der Flüchtlings-Herausforderung gefunden. „Populismus hilft uns ja nicht weiter.“

SPD-Fraktionsführer Stephan Wetzel glaubt, dass sich seine Partei bei der weiteren Auszählung verbessern werde. Er ist zufrieden mit dem Ergebnis. Die SPD werde mit allen Parteien Gespräche führen, auch wenn seine Präferenz eine Koalition mit der CDU sei.

Auch die FDP freute sich am Wahlabend. Es zeige sich, wie sehr die FDP im Aufwind sei, sagte Kreischef Jochen Kilp. Wer mit der großen Koalition in Berlin und Schwarz-Grün in Wiesbaden nicht zufrieden sein, der könne nur FDP wählen. Auch in der Flüchtlingsfrage vor Ort habe die Partei sachorientierte Politik zur Integration der Flüchtlinge, zum Beispiel in den Arbeitsmarkt, gemacht, sagte Kilp. rhea/bö

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