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Bad Homburg Heißes Eisen U 2

Die Verlängerung der U 2 von Gonzenheim an den Bahnhof in der Innenstadt ist ein heißes Wahlkampfeisen. Fast alle Parteien sind dafür, manche fürchten aber auch die Kosten. Die Positionen im Überblick.

Die Wahlthemen spiegeln sich auch auf den Plakaten wider, aber nicht alle finden offenbar Zustimmung beim Betrachter. Foto: Michael Schick

Die Verlängerung der U 2 von Gonzenheim an den Bahnhof in der Innenstadt ist ein heißes Wahlkampfeisen, so heißt, dass es von manchen Parteien nur mit Samthandschuhen angefasst wird. Die Fakten: Über das rund 1600 Meter lange Teilstück wird seit Jahrzehnten geredet. Seit Januar liegt eine Baugenehmigung des Regierungspräsidiums für die Pläne vor, die eine unterirdische Fortführung des Teilstücks vorsehen. Die U-Bahn soll hinter der jetzigen Endhaltestelle Gonzenheim in die Tiefe abtauchen, kurz vor dem Bahnhof käme die Bahn wieder ans Licht. Die geschätzten Baukosten liegen bei 46 Millionen Euro. Die Höhe der Folgekosten ist noch nicht bekannt.

Die Positionen: Klar dagegen ist die FDP, die sich schon „seit 40 Jahren“ (Wahlprogramm) gegen das Projekt ausgesprochen und auch stets gegen die Einstellung entsprechender Planungsmittel gestimmt hat. Die Argumente: Zu teuer und Homburg brauche die Bahn nicht. Das Geld könne für andere Zwecke verwendet werden. Neu ist der populistische Zungenschlag bei der FDP, die mit einem rot-schwarzen, zähnebewehrten Monster auf einem Plakat gegen das ÖPNV-Projekt zu Felde zieht.

Die CDU bezieht derzeit keine konkrete Position pro oder contra. Im Wahlprogramm wird das Projekt erwähnt „unter besonderer Berücksichtigung des Lärmschutzes für die Anwohner und der Kosten“. In einem interaktiven CDU-Wahl-O-Mat, mit dessen Hilfe die Partei die Haltungen der Bürger zu kommunalen Themen abfragen konnte, war die U-Bahn-Verlängerung ausgespart. Im Wahlprogramm steht allerdings auch, dass mit „der Verlängerung der S 5 ins Usinger Land sowie der Anbindung der U 2 und der Regionalbahn aus Friedberg der Bad Homburger Bahnhof zu einer Drehscheibe“ werde. In der Vergangenheit hatte sich die Union für das Projekt ausgesprochen, die Kreis-CDU drängt auf den Anschluss der U 2 an die S 5 ins Usinger Land.

Die SPD spricht sich klar für das Projekt aus. „Die Verwirklichung der Regionaltangente West als direkte Verbindung zum Flughafen und die Verlängerung der U-Bahnstrecke zum Bahnhof in Bad Homburg sind für unsere Stadt unverzichtbar“, heißt es im Programm.

Für die BLB wäre der Lückenschluss wichtig. Die Verlängerung sei aber auch ein hoher Kostenfaktor, der gut abgewogen werden müsse. Die BLB möchte vorab schon mit einem (Elektro)-Shuttle-Bus Service die Lücke zwischen der Haltestelle Gonzenheim und dem Bahnhof schließen.

Für die Grünen kommt der U-2-Verlängerung „hohe Bedeutung“ zu. Der Bad Homburger Bahnhof soll ein regionaler Verkehrsknotenpunkt mit wichtigen Funktionen werden. Die Partei drängt jedoch auf Lärmschutzmaßnahmen entlang der Gleise zwischen Friedrichsdorfer Straße und dem Bahnhof. Die Grünen treten für einen einheitlichen 15-Minuten-Takt auf der U 2 auch außerhalb der Hauptverkehrszeit ein.

Die Linke fordert eine schnelle Realisierung der Verlängerung der U 2 von Gonzenheim bis zum Bahnhof. Denn der Bahnhof soll zum zentralen ÖPNV-Verkehrsknotenpunkt für den Hochtaunuskreis ausgebaut werden. Für eine bessere Mobilität der Bevölkerung soll hier die S 5 und die Taunusbahn, die U 2 und die Regionalbahn 16 aus Friedberg und auch die zukünftige Regionaltangente West mit dem Stadtbus und dem regionalem Busverkehr verknüpft werden.

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