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Kandidaten für den Bundestag (5) Gabi Faulhaber (Linke)

Mit Leidenschaft gegen jede Form von Krieg - so präsentiert sich die Linken-Kandidatin Gabi Faulhaber den Wählern. Von Bruno Rieb

19.08.2009 00:08
Bruno Rieb
Gabi Faulhaber kandidiert für die Linkspartei in der Wetterau. Foto: FR/Rheker

Die Podiumsdiskussion in Nidda, die vom Leistungskurs Politik und Wirtschaft des Gymnasiums Nidda organisiert worden war. Das war für Gabi Faulhaber bislang ihr bedeutendstes Wahlkampferlebnis. Die Schüler seien gut vorbereitet, die Fragen spannend gewesen und die Antworten durften nicht länger als zwei Minuten sein. Das hat der Bundestagskandidatin der Linken in der Wetterau gut gefallen.

Auftritte wie der in Nidda sind das Motiv für ihre Kandidatur. "Ich möchte, dass die Partei präsent ist", sagt sie. Ohne Direktkandidaten würde die Linke zu solchen Veranstaltungen nicht eingeladen. Chancen, in den Bundestag zu kommen, hat sie nicht. Vor vier Jahren erreichte die Linke im Wahlkreis 178 (Wetterau) fünf Prozent der Stimmen, der damalige Direktkandidat Martin Hinz bekam vier Prozent der Erststimmen.

Armut hautnah

Die SPD-Kandidatin Nina Hauer und die CDU-Bewerberin Lucia Puttrich werden das Rennen wohl unter sich ausmachen. Gabi Faulhaber gerät bei der Frage ins Grübeln, ob ihr egal ist, wer von beiden das Mandat erringt. "Die CDU steht für mich außer Diskussion, über die SPD ärgere ich mich", sagt sie. Nina Hauer wohnt wie sie im Karbener Ortsteil Petterweil, nur "zwei Straßenzüge entfernt". Vor acht Jahren habe Hauer ihr vorgeworfen, sie sei nicht richtig links, nur drei Monate später sei die Sozialdemokratin voll auf Schröderkurs gewesen. Hauer blinke links und biege rechts ab.

Gabi Faulhaber ist 56 Jahre alt und arbeitet an einer Schule für Lern- und Erziehungshilfe in Ortenberg. Der tägliche Umgang mit den Kindern aus schwierigem sozialen Umfeld macht ihr das Dilemma der bundesrepublikanischen Verhältnisse immer wieder deutlich. Die Eltern der Kinder seien oft arbeitslos und lebten von Hartz IV. Es könne nicht sein, dass eine reiche Gesellschaft, in der Milliarden Euro für marode Banken aufgebracht würden, "Bildungsverlierer" produziere.

Wenn Gabi Faulhaber zur Arbeit fährt, dann fährt sie aus dem wohlhabenderen Westen des Kreises in den ärmeren Osten. Die gut 90 Mitglieder der Wetterauer Linken wohnen zwar überwiegend im Westkreis, die meisten Wählerstimmen bekommt sie jedoch im Ostkreis.

Der Vietnamkrieg und die Einführung der Notstandsgesetze politisierten Gabi Faulhaber. Sie war in der Friedensbewegung aktiv und das Engagement gegen Krieg ist noch immer sehr wichtig. Wenn die Linke einem Kriegseinsatz zustimme, werde sie sofort austreten, sagt sie kategorisch. Nach dem Zusammenschluss von WASG und Linkspartei zur Linken vor zwei Jahren wurde Gabi Faulhaber Mitglied. Bis 1991 war sie in der DKP gewesen.

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