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Massenansturm auf Hessentags-Party FFH arbeitet Panne auf

Die weiße Party hätte auch zum schwarzen Samstag werden können: Zu der Gratis-Veranstaltung kamen statt der erwarteten 30.000 fast 50.000 Menschen in die Hessentagsarena. Kritiker sprechen sich für einen Verzicht kostenloser Events aus. Doch der Sender will daran festhalten.

15.06.2011 21:51
Alles weiß: Nur wer rechtzeitig kam, hatte bei der Just-White-Party seinen direkten Spaß. Foto: Bernd Kammerer

Die weiße Party hätte auch zum schwarzen Samstag werden können. Weil viel mehr Leute zum Gratis-Event von FFH und Planet Radio kamen als erwartet, gab es Gedränge und Sanitätseinsätze in der Hessentagsarena. „Es gab brenzlige Situationen“, räumt Polizeisprecherin Petra Volk ein. Vor allem, als nachkommende Besuchermassen von der U-Bahn-Haltestelle Bommersheim zur Arena drängten. Rund 50.000 Menschen wollten in die 30.000 Personen fassende Arena. Als Konsequenz wurden zum kritischen Zeitpunkt die U3-Züge ohne Halt an der Arena vorbeigelenkt, die Besucher mussten vom Bahnhof zurücklaufen.

Eine Öffnung der Absperrgitter oder ein Abbruch der Veranstaltung sei nicht nötig gewesen, „aber es war kurz davor“, so die Sprecherin. Polizei und Staatskanzlei sind sich dennoch einig darüber, dass das Sicherheitskonzept voll gegriffen habe. „Es gibt keinen Grund nachzubessern“, so der Hessentagsbeauftragte der Staatskanzlei, Heinrich Kaletsch, zur FR. Zudem würden zu den ausstehenden Konzerten erheblich weniger Besucher erwartet. „Und wer keine Karte hat, kommt auch nicht“, so Kaletsch.

Dass „Just White“ den Sicherheitskräften „zu entgleiten drohte“, räumt auch Oberursels Bürgermeister Hans-Georg Brum ein. „Der entscheidende Fehler war, keinen Eintritt zu nehmen. Man sollte keine so große kostenlose Veranstaltung machen.“

Dominik Kuhn, Pressesprecher von Radio FFH, sieht das anders. „Erfreulicherweise ist nichts Schlimmeres passiert. Es gab keine Panik und wir sehen keinen Anlass, solche Events nicht zu wiederholen“. Allerdings sieht man beim Privatsender durchaus auch Handlungsbedarf für die Zukunft. „Wir werden die Geschehnisse nacharbeiten und intensiv danach fragen, was wir besser machen können.“

Kuhn bedauert die Zwischenfälle. Er sagt aber auch: „Wir freuen uns, dass so viele gekommen sind.“ Es sei ein tolles Fest gewesen, bei dem natürlich wie bei anderen ähnlichen Veranstaltungen „gewisse Vorkommnisse eingeplant, aber nicht verhindert werden können“.

Der Kreisverband des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) hat Konsequenzen aus dem Just-White-Erlebnis gezogen und eine Aufstockung der Einsatzkräfte für das kommende Festwochenende beschlossen. Für das Fest in der Arena habe sich das DRK wie alle beteiligten Einsatzdienste auf die angekündigten 30.000 Besucher eingestellt. Schon vor Beginn der Musiknacht wurden daher Helfer aus Friedrichsdorf und dem Main-Taunus-Kreis angefordert. Am Ende arbeiteten 110 Leute von DRK und Malteser Hilfsdienst in der Arena.

Obwohl das Sicherheitskonzept gut gegriffen habe, sieht DRK-Kreisgeschäftsführer Manuel Gonzalez doch das „Risikopotenzial“ hinter Veranstaltungen dieser Art. „Wenn kein Eintritt erhoben wird, ist schwer einzuschätzen, was passiert.“ Es war genug, 250 Einsätze kamen auf das DRK zu. Neben leichteren Verletzungen seien Menschen auch kollabiert oder hätten Panikattacken erlitten. Das Security-Personal habe gut daran getan, einen Zaun abzubauen. Dadurch sei der Druck an dieser Stelle gewichen. „Unsere Mitarbeiter haben am Limit gearbeitet“, sagt Karoline Kasprzyk, Sprecherin vom Malteser Hilfsdienst Bad Homburg. (tw/tob/jüs/ov)

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