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Goodbye GIs US-Armee will Flächen behalten

Überraschung für die Stadt: Der US-Armee gibt noch nicht alle Areale frei - auch nicht das Nathan-Hale-Depot. Für Darmstadt ist es wertvoll, weil es Gewerbegebiet werden soll. Von Sebastian Weissgerber

22.09.2008 00:09
SEBASTIAN WEISSGERBER
Eine Luftaufnahme der Lincoln-Village westlich der Heidelberger Landstraße zwischen Eberstadt und Bessungen. Foto: Nikolaus Heiss

Nach bisherigem offiziellen Sachstand räumen die US-Truppen bis Ende 2008 alle ihre Liegenschaften in Darmstadt. Tatsächlich werden sie sich aber nur teilweise aus Darmstadt zurückziehen. Das zumindest bestätigte die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima) gestern (28. Juli 2008, Anm. d. Red.) auf FR-Anfrage. Die Bima verwaltet die Nato-Grundstücke im Auftrag des Bundes.

Es liege keine Freigabeerklärung für das Nathan-Hale-Depot in der Schepp Allee sowie für den Dagger Complex an der Stadtgrenze zu Griesheim vor, erklärte Bima-Mitarbeiter Volker Baum. Auch hätten die Amerikaner noch keinen Termin für eine Freigabe in Aussicht gestellt. Alle anderen Grundstücke werde das US-Militär bis Jahresende an die Bundesrepublik zurückgeben. Die Stadt Darmstadt plant bislang, das mehr als 13 Hektar große Nathan-Hale-Depot in ein Gewerbegebiet umzuwandeln. Die US-Armee will den Standort nach eigenen Angaben jedoch "erst zu einem späteren, noch festzulegenden, Termin" schließen. Auf dem Grundstück hat die Defense Threat Reduction Agency (DTRA) ihren Sitz. Die zivile Einheit kontrolliert die Abrüstung von Atomwaffen.

Auch der Dagger Complex bei Griesheim, auf dem die Amerikaner 2004 eine Abhöranlage installiert hatten, werden die Amerikaner vorerst nicht verlassen.

Die Stadt Darmstadt erklärte auf Nachfrage, dem Magistrat sei bekannt, dass die Amerikaner "einen Teil der Flächen" noch nicht bis Jahresende räumen werden. Pressesprecherin Siegried Dreiseitel: "Wir wissen, dass im Nathan-Hale-Depot eine Einheit noch stationiert bleibt, bis ein alternativer Standort gefunden wird." Dabei handele es sich jedoch nur um eine Verzögerung von wenigen Monaten. Dass die Bima demgegenüber keinen Zeitplan angibt, führt Dreiseitel auf "eine behördliche Sprachregelung" zurück.

Auch Baum bestätigte, dass die Amerikaner Darmstadt über kurz oder lang vollständig verlassen werden: "Aber einige Monate halte ich für sehr optimistisch."

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