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Mountainbike-Tour 98 Ausflug mit Aussicht

Die 98. Mountainbike-Tour führt ambitionierte Fahrer von Gedern auf den Hoherodskopf. Meist ist die Strecke angenehm, es gibt aber auch bissige Stellen, die in die Waden gehen. Doch der Blick vom Ziel über die Region macht alle Anstrengung wett.

Der steile Anstieg auf den Hoherodskopf macht zwar müde – beim Ausruhen haben Biker dann aber die beste Aussicht. Foto: Alexander Kraft

Der Hohe Vogelsberg ist als Bike-Terrain bei den FR-Touren immer ein bisschen zu kurz gekommen. Bisher jedenfalls. Unverzeihlich, werden manche sagen. Doch für dieses Säumnis gab es einen einfachen Grund.
Unsere MTB-Touren beginnen stets an einem Bahnhof. Aber um den Vogelsberg, den größten Vulkan Europas, führen die Bahnstrecken in weitem Bogen herum. Wobei, da war doch was… Stimmt! Ausdauernde Radler wissen das: Es gibt eine ehemalige Bahnstrecke, die sich wunderschön über den hessischen Zentralkegel schlängelt.

Heute verläuft auf der asphaltierten Trasse einer der beliebtesten regionalen Radwege: der Vulkanradweg, der Teil des noch viel längeren Bahnradweges Hessen ist. Und so gesehen ist der Startpunkt unserer MTB-Tour 97 ein ganz logischer: statt Bahnhof einfach Bahnradweg!

Als Ausgangspunkt für die „Vogelsberger Höhenrunde – Südost“ haben wir Gedern ausgedeutet. Denn das hat außer einem ehemaligen Bahnhof noch einiges mehr zu bieten. Ein sehenswertes Barockschloss zum Beispiel, samt Museum und Seifensiederei. Oder den weithin bekannten Badesee. Doch zu dem später – er ist sozusagen das Bonbon am Ende der Runde. Davor liegen knapp 48 Kilometer und 1200 Höhenmeter. Das sieht recht moderat aus, kann aber kräftig in die Beine gehen, da unser Parcours biestige Rampen aufweist.

Der Anfang aber in Gedern ist ausgesprochen handzahm. Auf befestigten Forstwegen tasten wir uns hinauf zur Alten Burg. Auf der Nordseite des 617 Meter hohen Gipfels wartet eine bemerkenswerte Felsformation am Weg. Die malerisch verwitterten Reste eines Basaltaufbruchs sind typisch für den Hohen Vogelsberg und ein Hinweis auf seine vulkanisch aktiven Zeiten bis vor etwa zehn Millionen Jahren. Von solch urigem Gestein werden wir noch mehr zu Gesicht bekommen.

Nach einer Abfahrt teils auf wunderschönem Naturpfad, teils auf flotter Schotterpiste, nehmen wir das Völzberger Köpfchen in Angriff. Wir verbeißen uns in kurze, steile Grasrampen, wissen aber: Der Lohn kommt alsbald! Der Weg verschießt geradezu ein Feuerwerk an Aussichten. Vom Spessart über die Hochrhön bis zum Hessischen Kegelspiel, jenen markanten Vulkankegeln nördlich von Fulda, breitet sich in immer wieder verschiedenen Blickwinkeln ganz Südosthessen aus.

Der nächste Aussichtspunkt folgt an der Herchenhainer Höhe. Die fast 300 Höhenmeter dort hinauf sind zum Glück eher gemütlich zu fahren – vor allem beflügelt uns jedoch das Wissen, dass damit der Hauptanstieg zum Hoherodskopf, mit 764 Metern der höchste Punkt der Tour, großteils geschafft ist. Der Blick über Herchenhain nimmt vom Spessart zum Odenwald und der Rhein-Main-Ebene auch den Taunus-Hauptkamm ins Visier.

Nach so viel Höhenflug steht ein stiller Moment an der Bonifatiuskanzel und dem „Gesicht“ bevor, das sind zwei weitere markante Vulkangestein-Formationen. Doch ein paar Wadenkiller-Momente folgen sogleich. Vor dem Gipfelglück fordern giftige Grasrampen und feuchte Naturwege ihren Tribut. Dann aber bietet einem der Hoherodskopf satt Kalorien – und neue Aussichten: Der Blick schweift vom Taunus über den spitzen Dünsbergkegel bei Gießen bis zum Rothaargebirge weit im Westen (bei guter Sicht).

Der Biker aber freut sich bereits auf die Währung, in der er stets ausgezahlt wird: viele Meter bergab! Wobei wir einen Abstecher zum Bilstein einschieben, da wir diesen vielleicht schönsten Berggipfel der ganzen Region nicht auslassen wollten.

Fast alpin wirkt die Steinpyramide – und die Sicht … so phantastisch muss man Frankfurts Hochhaus-Silhouette erst mal serviert bekommen! Übertroffen wird das – aber das ist Geschmackssache – noch vom grandiosen Ritt hinab.

Der Rest bis zum Ausgangspunkt in Gedern mit seinen diversen Einkehrmöglichkeiten sind eher harmlose zehn Kilometer. Bei dem kleinteiligen Auf und Ab kann man in Ruhe ausstrampeln und sich auf den versprochenen See freuen.

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