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Einkaufszentren im FR-Test Postcarré: Gute Anbindung

Das Postcarré bietet viele Einkaufsmöglichkeiten und liegt verkehrstechnisch sehr günstig. Trotz räumlicher Nähe bildet es jedoch keine Konkurrenz zur Innenstadt. Die Aufenthaltsqualität lässt hingegen etwas zu wünschen übrig.

Der Eingang an der Fischerstraße verdeutlicht die Symbiose von Alt und Neu. Foto: Sascha Rheker

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Strategisch günstig liegt das Postcarré – zwischen dem weitgehend geschäftelosen Stadtteil Kesselstadt und der Innenstadt. Die Hanseatische Betreuungs- und Beteiligungsgesellschaft (HBB), die auch bei der Umgestaltung der City und dem Einkaufscenter in spe auf dem Freiheitsplatz der Hauptprotagonist ist, zog auf dem ehemaligen Schlachthofgelände und dem Areal einer alten Maschinenfabrik die Einkaufstätte hinter der Post hoch, die dem Ensemble aus Läden ihrem Namen gab.

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Vor vier Jahren ist das Postcarré eröffnet worden. Der gelbe Riese, der dort einst einen großen Betriebshof besaß, ist nunmehr ziemlich klein mit einer Schalterhalle. Zum Briefmarkenkauf werden gewiss die wenigsten Kunden das Postcarré ansteuern. Das Kaufland-Warenhaus auf 3500 Quadratmeter, der Bio-Supermarkt Denns und der Discounter Aldi locken die Kunden.

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Das Sortiment auf dem 2,4 Hektar großen Gelände wird zudem von Fachgeschäften wie Apotheke, Drogerie, Parfümerie, Metzger, Handyshops und Blumenladen abgerundet. Als Dienstleister haben sich ein Sonnen- und Fitnessstudio sowie ein Friseur eingemietet. Das Angebot ist erstaunlich vielfältig. Nebenbei: die Schreibweise von „Postcarré“ auf dem Gelände auch.

Eine Konkurrenz zur fünf Gehminuten entfernten Innenstadt bildet das Postcarré jedoch nur in Sachen Lebensmittel. Was allerdings auch nicht sonderlich schwierig ist. Dort gibt es derzeit außer dem Wochenmarkt nur einen kleinen Rewe-Markt. Klamotten, Schuhe, Haushaltwaren, Elektrogeräte oder Bücher sucht man im Postcarré weitgehend vergebens.

Ebenso die Möglichkeit zum Bummeln, denn dazu ist das Postcarré alles andere als einladend – abgesehen davon, dass es keine lohnenswerten Schaufenster besitzt. Einkaufen und ab, lautete offenbar die Philosophie des Investors. Die Aufenthaltsqualität tendiert gegen Null. Asia-Lokal, Schnellrestaurants sowie Bäcker und Metzger mit Imbissecke bilden das gastronomische Angebot, das sich auf verschiedene Gebäude verteilt.

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Keine Ruhezonen

Ruhezonen sind nicht vorhanden. Ein Café mit Atmosphäre zum Kaffeetrinken und Plaudern gibt es nur hundert Meter außerhalb des Postcarrés. Die HBB hat auf dem Gelände versucht, Neubauten mit den baulichen historischen Überbleibseln der einmaligen Maschinenfabrik Bracker zu verbinden. Eine denkmalgeschützte Halle ist für ein halbes Dutzend Ladenlokale erhalten geblieben. Optisch ist dies an der Backsteinfassade und dem Stufengiebel darüber am Hauptgebäude zu erkennen.

Die bauliche Symbiose ist in Anbetracht der Baukosten von 40 Millionen Euro und der noch nutzbaren Altbebauung ordentlich gelungen. Das kräftige Terrakotta, das flächenweise auch ins dunkelrot changiert, auf den Fassaden der Neubauten gibt dem Postcarré zusätzliche Prägnanz. Die HBB wollte die Fassade der neuen Gebäude mit großen Farbfeldern bunter gestalten. Den meisten Stadtpolitikern war das jedoch zu gewagt.

Hektischer Parkverkehr

Der positive Eindruck leidet jedoch unter dem zentralen Parkplatz. Es ist bequem für die Autofahrer, dicht vor den gewünschten Laden zu parken. Aber insgesamt ist der stark frequentierte, zentrale Parkplatz unnötig, weil zum Postcarré ein zweigeschossiges, geräumiges und kostenloses Parkhaus mit mehr als 400 Stellplätzen gehört, das am Hauptgebäude angeschlossen ist. So aber laufen die Kunden beim Wechsel vom einen in das andere Geschäft zwischen dem Parkverkehr herum, der in den frühen Abendstunden und am Samstag hektisch ist. Der Stellfläche hätte man städtebaulich eine bessere Nutzung geben können.

Das Postcarré zeichnet sich durch seine Weitläufigkeit aus. Die Entfernung zwischen Hauptgebäude und etwa dem Aldi beträgt knapp 100 Meter. Die Gebäude sind nicht mit einem Wetterschutz für Fußgänger miteinander verbunden.

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