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Bahnhofstest Langen Service bis Mitternacht

Der Bahnhof Langen kann im FR-Test mit ServiceStore und Fahrkartenverkauf punkten. In die leer stehende Schalterhalle könnte bald eine Gaststätte einziehen. Von Sigrid Aldehoff

10.04.2010 00:04
Manche Fahrgäste hätten gerne eine bewachte Unterführung. Foto: Renate Hoyer/FR

Leerstände provozieren Vandalismus. Das zeigt sich auch am Langener Bahnhof. Seit die Schalterhalle geschlossen ist, müssen nicht nur die Pendler auf eine warme und trockene Unterstellmöglichkeit verzichten, auch das Ambiente hat gelitten. Schmierereien sind auf der ungenutzten Seite des Gebäudes zu sehen, während der übrige Bahnhof eigentlich noch ganz in Ordnung ist; eine Sperrholzplatte verdeckt offenbar ein Loch in der verschlossenen Eingangstür zum ehemaligen Schalterraum.

"Der Bahnhof gehört renoviert und in die leere Halle sollte eine Gastronomie rein", sind sich Herbert Fischer und Helmut Kraus einig. Die beiden Fahrgäste stehen im ServiceStore, der neben dem leeren Schalterraum im Bahnhofsgebäude untergebracht ist. Dieses Angebot der Bahn besteht in Langen seit einem dreiviertel Jahr. Elf solcher Bahnläden gibt es in Hessen, bundesweit sind es insgesamt hundert.

Tickets im Kiosk

Langen hat als einziger einen in den Laden integrierten Bahnschalter. Hier können - bei eingeschränkten Öffnungszeiten - alle Angebote der Bahn wie Fernreisen, BahnCard und Carsharing gebucht werden. Ist der Fahrkartenschalter geschlossen, verkaufen Fatma Saribas und ihre Kollegen im Laden zumindest Fahrscheine für den RMV.

Die Bahn vergibt die ServiceStores an Franchisenehmer, die ein bestimmtes Sortiment bereithalten müssen und dieses auch ergänzen können. In Langen sorgt Pächter Ibrahim Kalender für ein breites Angebot - inklusive Notfallprogramm bei vergessenem Großeinkauf. Shampoo und Bodylotion stehen ebenso im Regal wie Nudeln und Fertigsoßen, aber auch Sekt, falls der erfolgreiche Geschäftsabschluss nach Feierabend daheim noch begossen werden soll.

"Wir haben auch Kunden aus der Stadt, vor allem am Sonntag", sagt Fatma Saribas, während sie einer Frau, die gerade ihre Tochter vom Kindergarten abgeholt hat, ein Eis verkauft. Die Öffnungszeiten bis Mitternacht sorgen nicht nur für Einkaufsservice, sondern auch für eine zusätzliche Belebung des Bahnhofes.

Trotzdem fühlt sich Herbert Fischer nicht so recht wohl, wenn er abends aus der Frankfurter S-Bahn steigt. Die Unterführung gehöre eigentlich bewacht, findet er. Zumindest sein Wunsch nach einer Gaststätte im Bahnhofsgebäude könnte in Erfüllung gehen. Gespräche mit einem Pächter seien bereits ziemlich weit, sagte ein Bahnmitarbeiter auf Anfrage.

Mehr Platz für Fahrräder

Kulinarisch werden die Bahnkunden dann bestens versorgt sein, gibt es doch in unmittelbarer Nachbarschaft auch eine Espresso-Bar, eine Pizzeria und die Gartenwirtschaft "Zur Eisenbahn". Auch für die Radfahrer soll der Service künftig besser werden, verspricht der Langener Magistrat. Wegen der starken Belegung wird die Stadt in den kommenden Wochen 60 zusätzliche überdachte Stellplätze für die Velos von Pendlern schaffen.

Eine kleine Schmonzette leistet sich die Bahn in Langen übrigens auch: Während ein Plakat im Schaukasten an der Unterführung den Bahnhof als rauchfrei ausweist, findet der Fahrgast oben auf Bahnsteig 3 einen Zigarettenautomaten. "Der gehört da natürlich nicht hin", sagt ein Bahnsprecher. Wer ihn aufgestellt hat, weiß er allerdings auch nicht.

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