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Tebartz-van-Elst Eine Badewanne für 15 000 Euro

Immer mehr Details über den sündhaft teuren Neubau des Limburges Bischofssitzes werden bekannt, der Druck auf Bischof Tebartz-van-Eltz nimmt zu. Der Kirchenrechtler Thomas Schüller fordert ein Durchgreifen des Papstes und erhebt auch Vorwürfe gegen die Kontrollgremien.

Prunk und Protz für Tebartz-van-Elst. Foto: dpa

Immer mehr Details über den sündhaft teuren Neubau des Limburger Bischofssitzes werden bekannt. Zugleich nimmt der Druck auf Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst zu, auf sein Amt zu verzichten. Andernfalls müsse der Papst ihn entlassen, fordert etwa der Münsteraner Kirchenrechtler Thomas Schüller.

Wie die Frankfurter Neue Presse berichtet, soll allein die Zweieinhalb-Zimmer-Wohnung des Bischofs knapp drei Millionen Euro gekostet haben. Zuletzt waren deren Kosten vom Bistum mit den ursprünglich veranschlagten 200 000 Euro angegeben worden. Die immense Kostensteigerung ergebe sich unter anderem aus dem Bau einer zweiten Wohnebene unterhalb der eigentliche Wohnung, die in den Felsen des Limburger Dombergs gefräst werden musste. Für Schreinerarbeiten seien 350 000 Euro aufzuwenden gewesen. Eine freistehende Wanne im Bad des Bischofs habe 15 000 Euro gekostet.

Am Montag war bekannt geworden, dass der Bischofssitz gegenüber dem Dom laut einer verwaltungsinternen Rechnung rund 31 Millionen Euro gekostet hat. Zuletzt war von etwas mehr als zehn Millionen Euro die Rede, ursprünglich waren rund drei Millionen Euro kalkuliert worden. Ständige Neu- und Umplanungen, die Tebartzs-van Elst veranlasste, sollen ebenfalls zu den Mehrkosten beigetragen haben.

Kirchenrechtler Schüller sagte dem Kölner Stadt-Anzeiger, es gebe nur noch den Weg einer Amtsenthebung durch Papst Franziskus, da Tebartz-van Elst „unfähig, uneinsichtig und offensichtlich krank“ sei. Er erhebt auch schwere Vorwürfe gegen das Domkapitel und den Vermögensverwaltungsrat, der das Finanzgebaren des Bischofs zu kontrollieren hat. Diese seien „Marionetten“ des Bischofs, die sich über Jahre hinweg Haushaltspläne hätten vorenthalten lassen.

Michael Lucas, Mitglied des Vermögensverwaltungsrats, sagte, die Kosten gingen nicht zu Lasten der Steuerzahler. Sie würden aus Eigenmitteln des Bistums finanziert. Lediglich 2,5 Millionen Euro an Kirchensteuern würden wie vorgesehen in Anspruch genommen. Neben Lucas, Vorstandssprecher der Josefs-Gesellschaft in Köln, gehören dem Gremium der Bochumer Wirtschaftsprüfer Carl-Friedrich Leuschner und Jochen Riebel, ehemaliger Leiter der hessischen Staatskanzlei, an.

Riebel hatte in der ARD über den Bischof nach Bekanntwerden der Kostenexplosion gesagt: „Entweder ist er ein schlimmer, gefährlicher Lügner oder er ist ein kranker Mann.“ mit dpa

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