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Tebartz-Rückkehr Tebartz, gefangen im eigenen Mikrokosmos

Bei Nacht und Nebel ist Tebartz-van Elst vor Monaten nach Rom geflohen. Mit der gleichen Heimlichtuerei schleicht er sich jetzt wieder nach Limburg zurück. Ein Kommentar.

Franz-Peter Tebartz-van Elst, früherer Bischof von Limburg. Foto: Andreas Arnold

Der Herr kommt wie ein Dieb in der Nacht. So steht es im Evangelium. Aber Jesus hat damit etwas anderes gemeint als das, was Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst gerade in Limburg durchzieht. Bei Nacht und Nebel ist er vor Monaten aus seinem bischöflichen Verlies nach Rom geflohen. Mit der gleichen Heimlichtuerei schleicht er sich jetzt wieder dorthin zurück.

Obwohl vom Papst zu einer Auszeit angehalten, hat er kein Besuchsverbot im Bistum. Formal ist also wenig dagegen einzuwenden, dass er hinter den skandalumwitterten Mauern seiner Residenz herumstreicht. Ein Zeichen der Klugheit ist es ebenso wenig wie ein Indiz dafür, dass die Zeit im Kloster den Bischof auch zur Besinnung gebracht hätte.

Souffliert von Einflüsterern in Rom und anderswo, scheint Tebartz-van Elst immer noch auf eine Rückkehr ins Bistum zu setzen, so als wäre nichts gewesen.

Dass von Tebartz’ Aufenthalten in Limburg, seiner angeblichen Einflussnahme auf den Bistumsverwalter und von den kostspieligen Diensten seines Chauffeurs jetzt in der Zeitung zu lesen ist, ist kein Zufall. Für seine Zukunft ist nämlich nicht nur entscheidend, was die Sonderkommission der Bischöfe zu den Bistumsfinanzen ermittelt, sondern auch die Frage, ob ihm die Wahrnehmung einer (Führungs-)Aufgabe von der professionellen, menschlichen und charakterlichen Konstitution her noch zuzutrauen ist.

Tebartz’ verschwiemeltes Agieren, wiederum einzig und allein gefangen im eigenen Mikrokosmos, gibt darauf eine recht eindeutige Antwort. Sie dürfte auch in Rom gehört werden.

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