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Kommentar Tebartz-van Elst Der Bischof hat gelogen

Das Strafverfahren gegen den Limburger Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst wegen falscher Angaben zu einem Erste-Klasse-Flug ist zwar eingestellt worden. Der Kirchenmann hat aber gleich gegen zwei Gesetze verstoßen.

Fühlt sich verraten: der umstrittene Bischof Tebartz-van Elst. Foto: dpa

Zwei Gesetze verbieten die Lüge. Das erste Gesetz ist das Strafgesetzbuch, das nicht jede Lüge, aber die falsche uneidliche Aussage, den Meineid und die falsche Versicherung an Eides statt mit Freiheitsstrafen bedroht. Die Strafen für Meineid sind hart, weil die Justiz erwarten muss, dass dem unter Eid gesprochenen Wort zu vertrauen ist.

Darum ist die Einstellung des Verfahrens gegen Zahlung einer Geldauflage von 20.000 Euro fast ein Gnadenerweis der weltlichen Gewalt gegenüber dem Limburger Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst, der verdächtig war, mit falschen Angaben an Eides statt gegen einen zutreffenden Bericht im Spiegel über sein Luxusleben vorgegangen zu sein. Immerhin: Zahlt Tebartz-van Elst an die Staatskasse, ist die Sache für den Bürger Tebartz-van Elst erledigt.

Nicht aus der Welt zu schaffen

Nicht aber für den Bischof Tebartz-van Elst. Denn das zweite Gesetz, das die Lüge verbietet, sieht zwar keine Sanktionen vor, doch gilt es ausnahmslos für jede Lüge wie für jeden Christenmenschen, erst recht aber gilt es für einen Bischof. Es ist das achte Gebot: „Du sollst nicht falsch Zeugnis reden wider deinen Nächsten.“

Die Lüge des Bischofs – es ist nicht seine einzige – ist klar erwiesen. Er hat nicht nur die Unwahrheit gesagt, sondern gelogen, um die Wahrheit über seinen luxurierenden Lebenswandel auf Kosten der Kirche und der Gläubigen zu unterdrücken. Das lässt sich mit keiner Geldauflage aus der Welt schaffen.

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