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Bistum Limburg Zu Eltz legt nach

Der Limburger Bischof Tebartz-van Elst bittet die Gläubigen um Verzeihung und legt die Kosten der Baumaßnahmen offen. Der Frankfurter Stadtdekan Johannes zu Eltz legt hingegen nach. Der Bischof sei "bei Anklage nicht länger haltbar".

Der päpstliche Gesandte Giovanni Lajolo war bemüht, Versöhnung nach Limburg zu bringen. Foto: Renate Hoyer

Es waren versöhnliche Worte beim Gottesdienst zum traditionellen Kreuzfest des Bistums Limburg am Sonntag in Königstein. Der umstrittene Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst bat „alle, die er enttäuscht oder verletzt“ habe, um Verzeihung. Unter den Katholiken herrsche „Unruhe und Verärgerung“ sagte Tebartz-van Elst. „Wenn mein Verhalten daran schuld ist, tut es mir leid.“ Aber bereits am selben Tag legte Frankfurts Stadtdekan Johannes zu Eltz im HR-Fernsehen mit seiner Kritik am Bischof nach. Im Fall einer Anklage gegen Tebartz-van Elst wegen eidesstattlicher Falschaussage wäre er nach Ansicht des Stadtdekans nicht länger im Amt haltbar. Die Staatsanwaltschaft in Hamburg prüft gegenwärtig, ob sie Anklage gegen den Limburger Bischof erhebt.Gegenüber der Nachrichtenagentur dpa äußerte Frankfurts Stadtdekan auch die Befürchtung, dass die Baukosten für den neuen Bischofssitz in Limburg deutlich über der bislang geschätzten Summe liegen werden. „Ich vermute, dass da eine Zahl rauskommen wird, die uns umhauen wird“, sagte zu Eltz.

Sonderprüfung einer Kommission

Dass diese Ausgaben nun geprüft werden, ist eines der Ergebnisse des einwöchigen Besuchs von Kardinal Giovanni Lajolo aus Rom. Bischof Tebartz-van Elst hat zugesichert, „alle Kosten für die Baumaßnahmen auf dem Domberg“ der Sonderprüfung einer Kommission der Deutschen Bischofskonferenz zugänglich zu machen. Die Ergebnisse sollen offengelegt werden. So steht es in der gemeinsamen Abschlusserklärung zu Lajolos Besuch. Der Bischof habe außerdem seinen Willen zum Ausdruck gebracht, „bei der Leitung der Diözese von den Beratungsorganen regelmäßigen und verlässlichen Gebrauch zu machen“, heißt es in der Erklärung weiter. Das Domkapitel, eines dieser Organe, werde „diesen Weg des Bischofs aufmerksam und loyal begleiten“. Damit sind die beiden Hauptkritikpunkte an Tebartz-van Elst angesprochen. Der umstrittene Bischof war wegen der hohen Kosten für den Bau seines Amtssitzes ebenso angegriffen worden wie für seinen autoritären Führungsstil. Mehr als 4000 Kirchenmitarbeiter, Gläubige und Priester hatten Tebartz-van Elst vor einer Woche einen Protestbrief überreicht. Mehrere Bischöfe waren öffentlich auf Distanz zu ihm gegangen.

Erwartungen des Papstes

Der römische Kardinal Lajolo, der seit vergangenem Montag im Bistum weilte, um sich ein Bild von der Situation in der Diözese zu machen, sprach im Gottesdienst in Königstein von der „Erwartung“ des Papstes, dass „Sie alle zusammen einen neuen Weg in gegenseitiger Liebe und Verständnis beginnen können“. Nach dieser Aufforderung gab es Applaus für Lajolo. Für die Rede des umstrittenen Bischofs gab es lediglich an einer Stelle Beifall von den mehreren Hundert Gläubigen: Als er Kardinal Lajolo für seine Hilfe dankte.
Liebe, Versöhnung, Dialog und Frieden waren Begriffe, die der Gesandte aus Rom in seiner Predigt häufig benutzte. Versöhnung brauche „beide Seiten“, so der Kardinal. Er sprach von „Einmütigkeit und Eintracht“ und mahnte, man solle „nicht aus Prahlerei und Ehrgeiz handeln“. Dies seien auch die päpstlichen Worte an die Diözese.

Bei den Teilnehmern des Kreuzfests schien am Sonntag Zufriedenheit zu überwiegen. „Ich bin erleichtert“, kommentierte eine Gottesdienstbesucherin, eine andere zeigte sich „begeistert von dem Worten des Kardinals“. Als die Amtsträger vorübergingen, klatschten viele erneut; aber ein älterer Mann sagte auch: „Da soll Versöhnung mit aller Gewalt hergestellt werden.“ Bischof Tebartz-van Elst und Kardinal Lajolo waren an diesem Tag für die Presse nicht zu sprechen.

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