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Bischof Tebartz-van Elst Tebartz-van-Elst sagt Termin ab

Der Limburger Bischof, der wegen seiner 31 Millionen Euro teuren Residenz unter Druck steht, hat einen öffentlichen Termin abgesagt. Er hätte eigentlich Bücher über die gegensätzliche Päpste Benedikt und Franziskus vorstellen sollen. Das Bistum hat darum gebeten, den Termin zu verschieben.

07.10.2013 21:29
Steht wegen seiner teuren Residenz und seinem autoritären Führungsstil in der Kritik: Bischof Tebartz-van-Elst. Foto: Uwe Anspach / dpa

Der Limburger Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst, der wegen seiner teuren Residenz unter Druck steht, hat einen öffentlichen Termin in Wiesbaden abgesagt. Er hätte eigentlich am Dienstagnachmittag in der hessischen Landeszentrale für politische Bildung Bücher über die beiden gegensätzlichen Päpste Benedikt XVI. und Franziskus vorstellen sollen. Das Bistum habe darum gebeten, den Termin zu verschieben, sagte eine Mitarbeiterin der Landeszentrale der dpa.

Die Kosten für seinen neuen Bischofssitz liegen weit höher als bisher angenommen - sie werden nunmehr auf rund 31 Millionen Euro beziffert. Das teilte das Bistum am Montagabend mit.

Zuletzt war von mehr als zehn Millionen Euro die Rede gewesen. Die neue Zahl wurde den Angaben zufolge im Zuge einer verwaltungsinternen Kostenrechnung ermittelt, die der katholische Bischof selbst für Oktober angekündigt hatte.

Der Vermögens- und Verwaltungsrat, der für die Kontrolle der Finanzen des Bischöflichen Stuhls in Limburg zuständig ist, kritisierte den Bischof scharf. Dieses Ausmaß der Kosten sei bisher völlig unbekannt gewesen. "Wir sind hinter das Licht geführt worden", sagte ein Sprecher. 2012 und 2013 sei auch nicht wie vorgeschrieben ein Haushaltsplan vorgelegt worden. Der Bischof habe zudem nicht gewollt, dass der Vermögens- und Verwaltungsrat seine Informationen über die Pressestelle des Bistums bekanntgibt.

Alle zur Verfügung stehenden Unterlagen der Finanzaffäre würden nun an die Prüfungskommission der Deutschen Bischofskonferenz weitergeleitet, teilte das Bistum weiter mit. Diese habe den Auftrag, die Einzelprojekte hinsichtlich der Kosten und der Finanzierung zu überprüfen.

Kritik aus Kirche und Vatikan

Kritiker aus der katholischen Kirche setzen den umstrittenen Limburger Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst wegen der Kostenexplosion unter Druck. Die Ausgaben für die neue Residenz des Bischofs "übersteigen alle bisherigen Befürchtungen", sagte der Pfarrer der katholischen Kirchengemeinde St. Bonifatius aus Frankfurt, Werner Otto, am Dienstag der Nachrichtenagentur dpa. Die am Vorabend bekanntgewordene Summe von 31 Millionen Euro sei moralisch nicht vertretbar: "Solch hohe Kosten für die Wohn- und Arbeitsräume eines einzelnen Menschen sind den Gläubigen nicht zu vermitteln." Mit dieser "Eskalation" habe er nicht gerechnet, betonte der Pfarrer. Tebartz-van Elst werde nun einiges zu erklären haben. Noch erschreckender als die stark gestiegenen Kosten sei, dass der Bischof offenbar den Vermögens- und Verwaltungsrat des Bischöflichen Stuhls getäuscht habe, erklärte Otto. "Wenn das zutrifft und er die Haushalte nicht vorgelegt hat, dann ist sein Amt extrem beschädigt."

Tebartz-van Elst steht seit längerem in der Kritik, ihm werden autoritärer Stil und Verschwendung vorgeworfen. Die Situation in seinem Bistum wurde auch vom Vatikan als problematisch eingeschätzt, Papst Franziskus schickte deshalb im September eigens einen Gesandten nach Limburg.

Gegen Tebartz-van Elst läuft auch noch ein Ermittlungsverfahren der Staatsanwaltschaft Hamburg.In diesem Fall geht es um die Aussagen über einen teuren Flug nach Indien - im Raum steht der Vorwurf einer falschen Versicherung an Eides Statt. (dpa)

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