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documenta Schormann wird documenta-Geschäftsführerin

Die Vorgängerin Annette Kulenkampf hatte bei der documenta 14 einen Millionen-Defizit hinterlassen. Nun wird Sabine Schormann die Geschäftsführung übernehmen.

25.04.2018 13:53
Sabine Schormann
Sabine Schormann wird die neue Geschäftsführerin der documenta in Kassel. Foto: dpa

Sabine Schormann wird neue Geschäftsführerin der documenta. Die 55-Jährige ist derzeit Direktorin der beiden Kulturstiftungen Niedersächsische Sparkassenstiftung und VGH-Stiftung. Mit ihrer Berufung sei ein intensiver Findungsprozess zum Abschluss gekommen, sagte der Kasseler Oberbürgermeister und Aufsichtsratsvorsitzende der documenta, Christian Geselle (SPD). 

Die Kunsthistorikerin Annette Kulenkampff, die mitverantwortlich war für die documenta 14, hatte den Posten der Geschäftsführerin im vergangenen Herbst niedergelegt. Bei der Kunstausstellung im vergangenen Jahr war ein Defizit von rund 5,4 Millionen Euro entstanden. Zwischenzeitlich hat der Musikmanager Wolfgang Orthmayr die Geschäftsführung übernommen.

Schormann sieht sich als  „Ermöglicherin“

Die neue Geschäftsführerin sagte in einer ersten Stellungnahme, dass sie einen festen Glauben an die Bedeutung und die Notwendigkeit der documenta habe. „Die documenta ist ein Ort der offenen Begegnung, der dringend gebraucht wird“, sagte sie. Die Weltkunstausstellung sei immer auch Impulsgeber für gesellschaftliche und politische Prozesse. „Kunst hinterfragt immer wieder den Wert der Gesellschaft“, betonte sie. Ihre eigene Rolle betrachte sie als „Ermöglicherin“.

Dringlichste Aufgabe sei es nun, eine Findungskommission zu benennen, die sich auf die Suche nach einer documenta-Leitung mache. Sie hoffe, dass bis spätestens Ende des Jahres ein neuer Leiter oder eine neue Leiterin gefunden werde. Die nächste documenta findet vom 18. Juni bis 25. September 2022 statt. Auch das Museum Fridericianum benötige dringend eine neue Leitung, sagte Schormann.

Projektleitung bei Expo 2000

Erfahrungen mit internationalen Ausstellungen hat Schormann auf der Expo 2000 in Hannover gesammelt, wo sie die Ausstellungs- und Projektleitung „Planet of Visions / Das 21. Jahrhundert“ im Themenpark hatte. Schormann studierte Germanistik, Kunstgeschichte und Philosophie an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz. Sie promovierte mit einer Arbeit über Bettine von Arnim und den Theologen Friedrich Schleiermacher.

Als neue Geschäftsführerin der documenta und Museum Fridericianum gGmbH werde Schormann den Titel Generaldirektorin tragen, kündigte OB Geselle an. Dies sei eine inhaltliche Aufwertung und ein Schritt hin zu neuen Strukturen. Insgesamt hatten sich nach seinen Angaben 54 Kandidaten um die Stelle beworben. (epd)

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