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documenta Kasseler OB kritisiert „Auschwitz on the Beach“

Der Kasseler Oberbürgermeister Christian Geselle kritisiert die documenta-Aktion „Auschwitz on the Beach“, die den Holocaust mit dem Schicksal von Flüchtlingen vergleicht.

21.08.2017 11:45
documenta-Plakate Kassel
Kassels OB Christian Geselle sieht in der Aktion Auschwitz on the beach eine „ungeheuerliche Provokation“. Foto: dpa

Der Kasseler Oberbürgermeister Christian Geselle (SPD) hat die geplante documenta-Aktion „Auschwitz on the Beach“ als „ungeheuerliche Provokation“ kritisiert. Der Vergleich des tragischen Schicksals vieler Flüchtlinge am Mittelmeer mit dem Konzentrationslager Auschwitz und der Judenverfolgung in der Ankündigung der Aktion sei äußerst geschmacklos, sagte er laut einem Bericht der „Hessischen/Niedersächsischen Allgemeinen“. Geselle ist kraft seines Amtes auch Aufsichtsratsvorsitzender der documenta GmbH.

Gleichwohl sei die für den 24. bis 26. August geplante Aktion im Fridericianum von der Kunstfreiheit gedeckt, sagte Geselle. Stadt, Verwaltung und Politik dürften sich in die Kunstfreiheit nicht einmischen. „Das muss die Demokratie leider aushalten an dieser Stelle“, sagte der Oberbürgermeister. 

Eine rechtliche Handhabe, gegen die Aktion vorzugehen, sehe er nicht. Auch die Staatsanwaltschaft Kassel war zuvor nach einer Überprüfung der Ankündigung zu der Entscheidung gekommen, kein Strafermittlungsverfahren einzuleiten.

Heftige Kritik der jüdischen Gemeinde 

Die geplante einstündige Performance „Auschwitz on the Beach“ ist eine Aktion, die auf einem Gedicht Franco Bifo Berardis basiert und mit einem Soundtrack von Fabio Stefano Berardi und einer Bildinstallation von Dim Sampaio versehen ist.

In der Ankündigung der documenta bezichtigt der italienische Autor und Radiogründer Franco Bifo Berardi die Europäer, „Konzentrationslager“ auf ihren eigenen Territorien einzurichten und „Gauleiter“ in der Türkei, Libyen und Ägypten dafür zu bezahlen, die „Drecksarbeit“ entlang ihrer Küsten zu erledigen. „Das Salzwasser hat mittlerweile Zyklon B ersetzt“, heißt es hier unter anderem. Dies hatte heftige Kritik unter anderem bei der jüdischen Gemeinde in Kassel ausgelöst. (epd) 

 

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