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Dietzenbach Kommunales Kino feiert Wiedereröffnung

Über 100 Menschen haben das kommunale Kino in Dietzenbach gerettet. Als Dankeschön gibt es eine Sondervorstellung.

Kommunales Kino
Mit Sekt und Popcorn haben rund 80 Kinoretter am Freitag die Zeit des neuen ?Main Kino D? eingeläutet. Foto: Rolf Oeser

Mit der Komödie „Fack ju Göhte“ wurde das kommunale „Kino D“ geschlossen, das neue „Main Kino D“ ist am Freitag ebenfalls mit einer Komödie eröffnet worden: Rund 80 der über 100 Kinoretter, die mit ihren Spenden die Wiedereröffnung unterstützt haben, durften den Film „Bullyparade“ dort sehen. Am Samstag waren dann die Gewinner des Gewinnspiels der FR zum Filmschauen eingeladen, seit Sonntag hat das Kino seinen normalen Betrieb nach fast dreijähriger Unterbrechung wiederaufgenommen.

Dabei liefert die Kinorettung selbst genug Stoff für einen gut 100-minütigen Kinoschinken mit allerlei Emotionen von Verzweiflung über Hoffnung bis zum „Happy End“. 2015 mussten das kommunale Kino im Bürgerhaus und das „Kino unter Sternen“ im Freibad eingestellt werden, der Stadt fehlte das Geld für einen digitalen Projektor sowie für den Umbau des Kinosaals.

Im Stadtparlament gab es Stimmen, auf ein Kino gänzlich zu verzichten – nicht so aber unter Kinofreunden wie Timo Hellmund. Der Cineast rief gemeinsam mit Oliver Seib zu einer Crowdfunding-Aktion auf, beide sammelten in kürzester Zeit über 7500 Euro für die Rettung des Kinos. Zusammen mit Christoph Zens-Petzinger, dem früheren Leiter der Stadtmarketing-Agentur, brachten sie die Kinorettung auf den Weg. Dann aber erlahmte die Aktion, unter den Spendern machte sich Unmut breit. Bürgermeister Jürgen Rogg (parteilos) entband Zens-Petzinger von seinen Aufgaben und übernahm die Kinorettung, das Projekt begann erneut. In sozialen Netzwerken ist zu lesen, dass das nicht überall gut aufgenommen wurde – einige der engagierten Bürger fanden drastische Worte für diese Verzögerung.

Auch Hellmund sagt rückblickend, dass es „schwierige Zeiten“ gegeben habe, doch seien diese überstanden. So konnte alles auf ein glückliches Ende am Freitag zusteuern: Der neue Projektor und die neue Audioanlage verrichten ihren Dienst, der Saal hat nun auch einen barrierefreien Fluchtweg.

Allerdings muss noch einiges getan werden. „Noch ist die alte Bestuhlung im Saal“, sagt Rogg, „die wird im Sommer, wenn das Freiluftkino eröffnet wird, ausgetauscht.“ Dann werde auch der Boden erneuert. Zum „Kino unter Sternen“ wird der große Digitalprojektor ins Freibad gebracht. „Der wiegt gut 150 Kilo, eine Umzugsfirma wird den Transport übernehmen“, sagt Rogg. Über fünf Vorführer verfügt das kommunale Kino. Einer von ihnen, Jörg Steinhäuser, ist am Freitag für die erste Vorführung zuständig. „Die Filme werden von der Festplatte auf den Server geladen, dann muss ein spezieller Schlüssel noch draufgespielt werden“, sagt er. Ein großer Vorteil zum früheren analogen Projektor sei, dass das Gerät kaum Wärme ausstrahle. „Das war vorher anders“, sagt er und lacht.

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