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Dietzenbach „Engel der Kulturen“ kommt

Was haben Sarajewo, Istanbul und Dietzenbach gemein? Sie haben den „Engel der Kulturen“, Dietzenbach sogar als erste Kommune im Rhein-Main-Gebiet.

Sarajewo, Istanbul, Essen, Duisburg, Trier und Augsburg haben ihn schon. Jetzt soll auch Dietzenbach den „Engel der Kulturen“ bekommen – als erste Stadt im Rhein-Main-Gebiet. Am Sonntag, 9. Oktober, wird das Kunstwerk, das das friedvolle Zusammenleben von Völkern, Religionen und Kulturen symbolisiert, in der Kreisstadt auf dem Europaplatz installiert. Vor der Verlegung der Bodenintarsie mit den drei religiösen Symbolen Kreuz, Halbmond und Davidstern wird ein großes Stahlrad mit den gleichen Symbolen auf einem „Pilgerweg für den Frieden“ durch Dietzenbach gerollt.

Engelwesen spielen in den abrahamitischen Religionen eine wichtige Rolle. Der Erzengel Gabriel beispielsweise ist sowohl im Christentum als auch im Islam und Judentum verankert. „Engel verbinden die Religionen“, sagt die Erste Kreisbeigeordnete Claudia Jäger (CDU) bei der Vorstellung des Projektes, das das Künstlerduo Carmen Dietrich und Gregor Merten bereits im Jahr 2008 auf den Weg gebracht hat. Im Vorjahr ist Pfarrerin Sandra Scholz vom evangelischen Dekanat Rodgau dem „Engel der Kulturen“ erstmals begegnet und setzte sich daraufhin für eine Verwirklichung im Kreis Offenbach ein.

In Zeiten, in denen religiöser Extremismus immer mehr um sich greife, sei es wichtig, ein Zeichen zu setzen, so Jäger. Der „Engel der Kulturen“ stehe für interreligiösen Dialog, sei ein starkes Signal für Frieden und solle Anstoß sein für andere Kommunen, es Dietzenbach gleich zu tun.

„Das Kunstprojekt passt zu unserem offenen und toleranten Dietzenbach mit seinen 110 Nationalitäten“, meint Erster Stadtrat Dieter Lang (SPD). Nicht das Trennende zwischen den Religionen dürfe im Vordergrund stehen, sondern das Verbindende, weil es Vertrauen und Zukunft schaffe. Fünf Dietzenbacher Schulen haben sich im Unterricht mit den religiösen Symbolen beschäftigt. Sie werden sich am Sonntag auch inhaltlich am Programm beteiligen. Das Thema werde dauerhafter Bestandteil seines Ethikunterrichts werden, erklärt Schulleiter Jochen Schepp von der Sterntaler-Schule. Die Symbole seien demnächst in der einen oder anderen Form im Schulgebäude zu finden.

Es sei auch im Interesse sämtlicher Dietzenbacher Moscheegemeinden, den Islam so darzustellen, wie er ist, betont Aykam Aydin, Vorstandsvorsitzender der Ditib-Gemeinde. Das Wort Islam bedeute nämlich Frieden. Das Projekt stehe für gegenseitigen Respekt auf Augenhöhe.

Rund 6000 Euro an Sachkosten fallen für den „Engel der Kulturen“ in Dietzenbach an. Das Projekt sei „deckend finanziert“, erklärt Pfarrerin Scholz.

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