Lade Inhalte...

Dietzenbach ehrt Dominik Brunner Platz für den Helden

In Dietzenbach liegt der erste Dominik-Brunner-Platz Deutschlands. Klein zwar, ein vorher namenloser Ort, aber dennoch ein Zeichen für Zivilcourage. Die Idee hatte Cengiz Hendek, Mitglied des Ausländerbeirats und früher dessen Vorsitzender.

13.10.2010 09:37
Benjamin Büchner
Eröffnung des Dominik-Brunner-Platzes in Dietzenbach. Foto: Andreas Arnold

Dietzenbach hat ihn, den ersten Dominik-Brunner-Platz in Deutschland. Es ist nur ein kleines Areal an der Kreuzung von Gustav-Heinemann-Ring und Dieffenbachstraße im Stadtteil Steinberg – eigentlich viel zu klein für einen richtigen Platz. In der Mitte befindet sich ein beschauliches Rosenbeet, aus dem die Eisenstange mit dem Namensschild eher fremd herausragt. Trotzdem sei es „ein Zeichen für Zivilcourage“, den vorher namenlosen Ort nach dem „Helden von Solln“ zu benennen, meint Bürgermeister Jürgen Rogg (parteilos).

Es ist aber auch das Zeichen für einen aktiven Ausländerbeirat, ohne den es den Dominik-Brunner-Platz in Dietzenbach nicht geben würde. Auch wenn das den anwesenden Mitgliedern bei der Eröffnung des Platzes kaum anzumerken war. Ins Fernsehen musste der Vorsitzende, Nikola Pengacevic – der Rest hielt sich munter zurück.

„Gewalt gibt es überall – trotzdem gehen die Leute vorbei und drehen den Kopf weg“, sagt Pengacevic. Dominik Brunner habe das eben nicht getan. Er sei eingeschritten und habe geholfen. „Deshalb wollen wir sein Andenken für die Ewigkeit bewahren“, erklärte der Vorsitzende des Ausländerbeirats.

Die Idee stammt von Cengiz Hendek, Mitglied des Beirats und früher dessen Vorsitzender. Im Oktober 2009 schlug er im Ausländerbeirat vor, eine Straße nach dem „Helden von Solln“ zu benennen. Von dort wurde der Gedanke an den Bürgermeister und die Stadtverordneten weitergereicht. Sie war gut, aber nicht umsetzbar. Wer eine Straße umbenennt, muss für die Eintragung beim Katasteramt hohe Gebühren zahlen.

Nikola Pengacevic war von der Sache überzeugt, suchte auf den Karten von Dietzenbach nach namenlosen Plätzen und fand zwei. Da die Ecke Dieffenbachstraße/Gustav-Heinemann-Ring zentraler liegt und die schönere Option war, fiel die Wahl auf diesen Ort. Am 7. Mai dieses Jahres beschloss die Stadtverordnetenversammlung mit eindeutiger Mehrheit, das Areal Dominik-Brunner-Platz zu nennen.

„Trotz aller politischen Diskussionen im Vorfeld“, sagte Jürgen Rogg. Den Dietzenbachern ist bewusst, dass der Namensgeber nicht unumstritten ist. Brunner hat selbst etwas überreagiert und so zur Eskalation der Situation beigetragen. „Das kann seine Verdienste und sein selbstloses Handeln in keiner Weise schmälern“, betonte der Ditzenbacher Bürgermeister. Der Fall Dominik Brunner zeige eben auch, dass Zivilcourage nicht von fehlerfreien Menschen ausgehe, sondern von normalen Bürgern, „die sich nicht wegdrehen, sondern hinsehen“.

Die Diskussionen um den Fall haben die Eröffnung des Platzes lange verzögert. „Wir wollten warten, bis das Gerichtsverfahren gegen die Täter beendet ist“, erklärte Nikola Pengacevic. Die Richter vom Münchner Landgericht haben die Initiative der Dietzenbacher am 6. September durch ihr Urteil bestätigt.

Die Zeitung für Menschen mit starken Überzeugungen.

Multimedia App E-Paper
App
Online Kundenservice Abo-Shop
Ok

Um Ihnen ein besseres Nutzererlebnis zu bieten, verwenden wir Cookies. Durch Nutzung unserer Dienste stimmen Sie unserer Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen