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Die Aufholjagd hat begonnen

In Hessen werden mehr Wohnungen gebaut, aber noch längst nicht genug.

Neubauten in Offenbach
Der Wohnungsbau wird wohl eines der großen Themen für den Hessen-Wahlkampf im kommenden Jahr. Foto: Monika Müller

In Hessen wird immer mehr gebaut. Ende 2016 gab es drei Millionen Wohnungen – so viele wie noch nie. Das hat das Statistische Landesamt jetzt mitgeteilt.

Doch es ist längst nicht genug, um den Bedarf zu decken, auch das zeigen die aktuellen Zahlen. Nach Angaben von Umweltministerin Priska Hinz (Grüne) gibt es jährlich einen Bedarf von 37.000 neuen Wohnungen. Im vergangenen Jahr wuchs die Zahl der Wohnungen laut den Statistikern aber lediglich um 18.400.

Dabei weichen die Zahlen, die genannt werden, erheblich voneinander ab. Die Arbeitsgemeinschaft der Wohnungs- und Immobilienverbände Hessen spricht von etwa 20.000 neuen Wohnungen im Jahr, Ministerin Hinz sogar von 27.000 Wohnungen.

Tatsächlich kamen laut dem Statistischen Landesamt insgesamt sogar 31.900 Wohnungen zum bisherigen Bestand hinzu, davon 16 600 aus Neubau und 15.300 durch den Umbau bestehender Bauten. Es habe aber auch „13.500 Abgänge aus dem alten Wohnungsbestand“ gegeben, durch Umbau oder Abriss. Wie auch immer man rechnet: Für Ministerin Hinz hat „die Aufholjagd begonnen“.

Klar ist schon heute, dass der Wohnungsbau eines der großen Themen für den Hessen-Wahlkampf im kommenden Jahr werden dürfte. Der SPD-Vorsitzende Thorsten Schäfer-Gümbel hat das bereits angekündigt.

Schäfer-Gümbel will mit einem „Hessenplan“ in die Hessenwahl 2018 ziehen, der an die Tradition des einstigen SPD-Ministerpräsidenten Georg August Zinn anknüpft. Zu Zinns Zeiten ging es darum, im zerstörten Nachkriegsdeutschland genug Wohnungen für die Eingesessenen und die Vertriebenen zu schaffen. Der heutige SPD-Chef will dem Mangel an bezahlbarem Wohnraum mit einem ähnlich großen Wurf begegnen.

„Der Kampf um bezahlbaren Wohnraum wird eine der größten Herausforderungen in Hessen sein“, kündigte Schäfer-Gümbel an und ließ eine Spitze gegen die schwarz-grüne Landeregierung folgen. „Wir wollen kein Marketing für sozialen Wohnraum, wir wollen, dass soziale Wohnungen gebaut werden.“

Die schwarz-grüne Koalition reagierte bissig auf die Ankündigung. „Während die SPD noch nach einem Plan für die Wohnungspolitik sucht, ermöglichen wir mit 1,2 Milliarden Euro für den Wohnungsbau rund 12.000 neue Wohnungen für 36.000 Menschen“, sagte Grünen-Fraktionschef Mathias Wagner.

Die schwarz-grüne Regierung hat die Summe von 1,2 Milliarden für fünf Jahre von 2015 bis 2019 veranschlagt. Im Jahr 2016 waren nach Angaben von Umweltministerin Hinz 230 Millionen Euro in den Wohnungsbau geflossen. Damit seien 2700 Wohnungen gefördert worden.

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