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Der Künstler Tomas Saraceno entwirft Skulptur für den Platz

Tomas Saraceno, Jahrgang 1973, ist in Frankfurt spätestens seit der Biennale 2009 in Venedig ein bekannter Mann. Für die Ausstellung, die Daniel Birnbaum kuratiert hat, entwarf er ein raumgreifendes Spinnennetz.

29.04.2010 00:04
Matthias Arning

Um dem Roßmarkt mehr Bedeutung zu verschaffen, entwirft der Künstler Tomas Saraceno eine Skulptur, die von Oktober an für ein halbes Jahr dort zu sehen sein soll. 25 Schüler entschieden sich für den aus Argentinien stammenden Kreativen, der an der Städelschule ausgebildet worden ist. Sie beteiligten sich an der von Juliane von Herz kuratierten Aktion, die vier Stiftungen finanzieren. Das Projekt zielt darauf, den Platz in der Mitte der Stadt zu beleben: "Wir wollen den Bürgern den Platz zurückgeben", sagte die Kuratorin am Mittwoch bei der Präsentation des Künstlers.

Tomas Saraceno, Jahrgang 1973, ist in Frankfurt spätestens seit der Biennale 2009 in Venedig ein bekannter Mann. Für die Ausstellung, die Daniel Birnbaum, der Rektor der Städelschule, kuratiert hat, entwarf er ein raumgreifendes Spinnennetz. Eine Konstruktion, die sich einem Topos gleich durch das Werk Saracenos zieht. Er stellte auch im Atelier Frankfurt aus und wählte Frankfurt nach seinem Studium an der Städelschule in den Jahren zwischen 2001 und 2003 zum Mittelpunkt seines Lebens, weil diese Stadt "die internationalste in der gesamten Bundesrepublik" sei und man von diesem Standort aus jeden Punkt der Welt gut erreichen könne. Die Schüler entschieden sich für Saraceno als erste Wahl einer Shortlist mit insgesamt sechs Künstlern. Die Liste hatte Kuratorin von Herz zusammen gestellt und den Schülern zur Abstimmung gestellt, die sich zuvor in Workshops mit Geschichte und Wirkung des Roßmarktes befasst hatten.

Was der Künstler mit dem in den vergangenen Jahren aufwendig gepflasterten Platz, über den die Frankfurter zu streiten wissen, machen will, wusste Saraceno am Mittwoch noch nicht zu sagen. Die weitere Diskussion mit den Schülern werde ihm dabei bestimmt weiter helfen.

Die Schüler ihrerseits erwarten, dass ihr Projekt Nachwirkungen für die weitere Debatte über die Neugestaltung der Innenstadt entfaltet. Immerhin sagte Verkehrsdezernent Lutz Sikorski zu, das Kunstwerk für ein halbes Jahr auf dem Roßmarkt dulden zu wollen. Was alles andere als eine Selbstverständlichkeit zu sein scheint, hatte sich der Politiker der Grünen doch erst kürzlich gegen das Überborden von Festivitäten auf zentralen Plätzen der Stadt gestellt und dem Ausschank von Ebbelwei widersprochen. Was mit dem Kunstwerk nach der Präsentation im Frühjahr 2011 geschehe, ließ Kuratorin von Herz noch offen. Kommentar R4

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