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„Demo für alle“ in Kelsterbach Gegenproteste in Kelsterbach erwartet

Gegner der „Demo für alle“ wollen nicht nur in Frankfurt, sondern auch in Kelsterbach protestieren.

Homosexuelles Paar
Die Organisation „Demo für alle“ plant ein Symposium, bei dem vor allem die vom Bundestag beschlossene Öffnung der Ehe für homosexuelle Paare kritisiert werden soll. (Symbolfoto) Foto: Michael Reichel (dpa-Zentralbild)

Kurz vor Beginn des Symposiums der rechten Organisation „Demo für alle“ am heutigen Samstag ändert ein Teil der Gegendemonstranten seine Strategie. Seit am Freitag unter anderem durch einen Bericht der Frankfurter Rundschau öffentlich bekannt wurde, dass die Veranstaltung nicht in Frankfurt, sondern im privaten Kongresszentrum „Congresium“ in einem Gewerbegebiet in Kelsterbach stattfindet, mobilisieren nach FR-Informationen mehrere Gruppen aus der linken Szene Demonstranten, dorthin zu kommen. Unter Aktivisten kursiert ein Aufruf, sich morgens in Frankfurt zu treffen, um dann vor Ort gegen die „Demo für alle“ zu protestieren.

Die Organisation „Demo für alle“, die aus Protesten gegen einen Lehrplan für Sexualkundeunterricht in Baden-Württemberg entstanden ist und von christlich-konservativen bis rechtsradikalen Gruppen unterstützt wird, plant von 11 bis 18 Uhr ein Symposium, bei dem vor allem die vom Bundestag beschlossene Öffnung der Ehe für homosexuelle Paare kritisiert werden soll. Kritiker werfen der „Demo für alle“ auf, Homosexuelle und andere Minderheiten zu diskriminieren und ausschließlich das klassisch-heterosexuelle Familienbild aus Mann, Frau und Kindern zu propagieren. Tayfur Altintop, Geschäftsführer des „Congresium“, sagte der FR, er habe bei der Vermietung nicht gewusst, worum es sich bei der „Demo für alle“ handele. Bei hetzerischen Aussagen wolle er einschreiten.

Oliver Henrich von der Aidshilfe Frankfurt, der für das „Bündnis Akzeptanz und Vielfalt“ die „Demo der Vielfalt und Liebe“ auf der Hauptwache koordiniert, sagte der FR, man halte in jedem Fall am geplanten Ablauf der Proteste in Frankfurt fest. Nach dem Ende der Kundgebung auf der Hauptwache und der anschließenden Demonstration zum Hauptbahnhof werde man die Veranstaltung gegen 14 Uhr beenden. Er könne sich aber vorstellen, dass sich einige Teilnehmer danach nach Kelsterbach aufmachen würden. „Was die Leute dann noch machen, ist ihre Sache“, sagte Henrich.

Das „Bündnis Akzeptanz und Vielfalt“ hatte stets betont, lieber eine eigene Demo in Frankfurt machen zu wollen, als vor dem geheim gehaltenen Veranstaltungsort der „Demo für alle“ zu protestieren. Als Redner auf der Hauptwache wird unter anderem Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) erwartet. Auch Gunter Volz, Pfarrer für gesellschaftliche Verantwortung beim Evangelischen Stadtdekanat Frankfurt, sprach sich für die „Demo der Vielfalt und Liebe“ aus. Für eine Familie sei nicht die sexuelle Orientierung wichtig, sondern „wie man miteinander respektvoll umgeht“, sagte er. Der Paritätische Wohlfahrtsverband sowie andere Parteien, Jugendorganisationen und Verbände rufen ebenfalls zu der Demo auf.

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