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DeinBus.de Aufschub für junge Bus-Unternehmer

Aufschub für die Offenbacher Mitfahrzentrale DeinBus.de: Das Frankfurter Landgericht hat das Urteil im Prozess über eine Klage der Deutschen Bahn verschoben. Die Bus-Unternehmer freuen sich derweil über kostenlose Werbung.

De Gründer des Unternehmens "DeinBus": Ingo Mayr-Knoch (v.l.), Christian Janisch und Alexander Kuhr. Foto: dapd

Die Freude bei den drei Offenbacher Jungunternehmern darüber ist groß. „Normalerweise mag man Verspätungen nicht, wenn man es mit der Bahn zu tun hat“, lacht Christian Janisch, „aber diesmal freuen wir uns, ebenso wie unsere Fahrgäste“. Denn bis zum Urteilsspruch, den Janisch nun frühestens Ende Februar erwartet, dürfen die Fernbusse weiterfahren. Sie seien gefragt wie nie zuvor, sagt Janisch. Die Klage der Deutschen Bahn brachte viel kostenlose Werbung.

Das harte Vorgehen des Verkehrsriesen, der nicht die Genehmigung einer Fernbuslinie, sondern das komplette Geschäftsmodell von DeinBus.de als wettbewerbswidrig attackiert, erregte bundesweit Aufsehen. Funk- und Fernsehauftritte der Gründer machten ihre Internetplattform weithin bekannt, auf der Busverbindungen nur bei entsprechender Nachfrage organisiert und dann Mitfahrer gesucht werden. Knapp 7000 Sympathisanten unterstützen auf der Homepage des Unternehmens eine Petition für günstige Mobilität und gegen die Bahnklage.

Die entscheidende Frage, die das Gericht derzeit prüft, dreht sich um die Einstufung der Busverbindungen als Linien- oder Gelegenheitsverkehr. Die Bahn hatte kurz vor Prozessbeginn im November umfangreiche Schriftsätze eingereicht, die die Beklagten Ende Dezember ausführlich erwiderten. „Wir haben uns auch nochmal bei unserer Genehmigungsbehörde Unterstützung geholt“, sagt Janisch. Das Landratsamt Bodenseekreis, das der in Friedrichshafen gegründeten Firma grünes Licht gegeben hatte, bleibt bei seiner Einschätzung. „Wir stehen zu der Genehmigung“, sagt dessen Pressesprecher Robert Schwarz. Die Juristen des Amtes hätten sich beim Regierungspräsidium Tübingen rückversichert. „Die wesentlichen Merkmale eines Linienverkehrs sind aus unserer Sicht nicht erfüllt“, erklärt Schwarz. Janisch will auf jeden Fall weiter machen: „Notfalls gehen wir in Berufung.“

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