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DAW in Ober-Ramstadt Experten in Sachen Farbe

Die Designer des DAW in Ober-Ramstadt sind stilsicher. Ihre Konzepte finden sich auch in Frankfurt-Sachsenhausen.

Caparol
Hier wird kräftig gemischt. Foto: Michael Schick

Die Trendfarbe des Jahres 2018 ist ein dunkles Waldgrün – kombiniert mit einem zarten Rosé. Das haben die Stildesigner der Firma DAW in Ober-Ramstadt herausgefunden. Ihre Scouts besuchen Stil-Messen etwa in Mailand und Paris, reisen in Deutschland herum und erforschen die Farben verschiedener Regionen gemeinsam mit Hochschulen. Sie erstellen auch eigene Farbschemas für neue Wohnviertel – oder einzelne Gebäude, etwa für Seniorenheime oder Kindergärten.

Auch der Farbleitplan für Frankfurt-Sachsenhausen wurde in Ober-Ramstadt entworfen. Für ihre aktuelle Farb-Kampagne, die Handwerkern und Architekten als Gestaltungshilfe dienen soll, wurde DAW bei der Messe Ambiente in Frankfurt ausgezeichnet. 

Seit über 120 Jahren

Natürlich hat DAW auch für Ober-Ramstadt, wo das Unternehmen seit über 120 Jahren seinen Sitz hat, ein Farbschema entwickelt. Bürgermeister Werner Schuchmann (SPD) hatte 2005 die Kommune zur „Stadt der Farben“ ernannt und die Bürger aufgerufen, ihre Häuser bunter zu gestalten. DAW unterstützte den Aufruf mit Rabatten auf Farben und Farbvorschlägen für die Gestaltung der Gebäude in der Innenstadt. Ein Teil dieses Farb-Masterplans wurde schon umgesetzt: etwa in der Neugestaltung des Rathausvorplatzes und der Arkaden, der Illumination des Rathausturms und der Akzentuierung der Gehwege an der Darmstädter Straße durch wechselnde LED-Beleuchtung. „Es ist nicht übertrieben farbig“, sagt Bürgermeister Schuchmann, „aber auch nicht Schwarz-Weiß.“

Wer Gebäude in sanften gelb-beige-ocker-Tönen mag, dem wird es gefallen. Viele Privatleute sind allerdings beim Farbkonzept nicht mitgezogen. Betrachtet man sich, in welchem miserablen Zustand viele Fassaden im Stadtkern sind, dann lag das wohl am Geldmangel der Eigentümer. Laut Schuchmann haben gerade im Neubaugebiet auf dem Miag-Gelände, für das ein eigenes Konzept entwickelt wurde, viele die Farbvorschläge dankbar aufgegriffen. „Alleine würden sie es sich nicht trauen, solche Farben anzuwenden.“ Auch eine große hässliche Mauer zum Bahnhof wurde in verschiedenen Grün-, Braun- und Orange-Tönen angelegt, eine Fußgängerbrücke über die Bahn ganz bunt angemalt.

Die Leiterin des DAW-Farbdesignstudios, Margit Vollmert, die seit 20 Jahren im Ort lebt, findet, es habe sich „einiges getan“. Mehr gehe natürlich immer. Und Farb-Scout Petra Ruhnau betont, Ober-Ramstadt sei „viel farbenfroher und einladender geworden“. Laut Schuchmann hat die farbliche Gestaltung von Flächen nicht nur ästhetischen Effekt. „Gestaltete Flächen werden mehr respektiert.“ Will heißen: Hier wird weniger gesprüht als früher. 

Eine Idee will die Stadt umsetzen, sobald sie dafür Geld hat: Entlang der Mauer zum Bahnhof sollen Infotafeln angebracht werden, die alles über Farbe erklären. Das gehört sich auch so in einer Stadt der Farben.

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