Lade Inhalte...

Das bringt der Tag SPD reibt sich die Hände nach Frankfurter Wahlpanne

1. Update+++ Gedenkveranstaltungen zum Jahrestag der Pogromnacht +++ Plädoyers im Mordfall Johanna +++ Das bringt der Tag in Hessen.

Schäfer-Gümbel
Thorsten Schäfer-Gümbel (r.) macht sich Hoffnungen auf ein Bündnis mit den Grünen unter Tarek Al-Wazir und der FDP. Foto: dpa

Guten Morgen aus Frankfurt!

Vielleicht wird die Regierungsbildung in Wiesbaden nach der Landtagswahl ja doch spannender als gedacht. Sollte die SPD die Grünen nach der Frankfurter Wahlpanne tatsächlich überholen und zweitstärkste Kraft werden, sind plötzlich neue Machtoptionen denkbar. Die FDP hat nämlich keine Lust auf eine Ampelkoalition unter einem grünen Ministerpräsidenten, aber vielleicht sieht das unter der Führung der Sozialdemokraten anders aus.

Das setzt die CDU unter Druck, die eine Fortsetzung von Schwarz-Grün vermutlich schon für eine ausgemachte Sache hielt. Jetzt reagiert sie auf die möglichen Verschiebungen der Kräfteverhältnisse und vertagt ihre eigentlich für diesen Freitag geplante Entscheidung darüber, mit welcher Partei sie in Koalitionsverhandlungen einsteigt. Man wolle zunächst das amtliche Endergebnis der Wahl abwarten, das am 16.11. verkündet werden soll, sagt CDU-Generalsekretär Manfred Pentz. Unser Landtagskorrespondent Pitt von Bebenburg berichtet.

Einigermaßen genervt dürften die Christdemokraten davon sein, dass die Grünen nochmal mit der FDP sprechen wollen. SPD-Chef Thorsten Schäfer-Gümbel dürfte sich darüber freuen, wittert er doch die Chance auf einen Machtwechsel in Hessen. „Wir reichen Grünen und FDP in Hessen die Hand, um in unserem Land auf Zukunft zu schalten“, sagt er dem „Spiegel“.

Und die FDP? Die stellt markige Forderungen, während sie von SPD und Grünen umworben wird. Kreiswahlleiterin Regina Fehler und Wahlamts-Chef Hans-Joachim Grochocki seien nach dem Frankfurter Wahldebakel „sofort von allen Aufgaben in diesem Bereich abzuziehen“. Der FDP-Kreisvorsitzende Thorsten Lieb sagte, wer Verursacher dieser immensen Probleme sei, dürfe keine Wahlen mehr organisieren. Claus-Jürgen Göpfert und Georg Leppert berichten.

Gedenkveranstaltungen zum Jahrestag der Pogromnacht

Der 9. November ist ein widersprüchlicher Tag in der deutschen Geschichte. An diesem Datum fiel im Jahr 1989 die Berliner Mauer, 71 Jahre zuvor wurde die erste Deutsche Republik ausgerufen. Die Novemberrevolution von 1918 war die „Geburtsstunde der parlamentarischen Demokratie in Deutschland“, sagt Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier in einem auf Facebook verbreiteten Video. Viele Männer und Frauen hätten dafür ihr Leben gelassen. „Und wir erinnern uns auch, in welche Abgründe es führt, wenn die Gegner der Demokratie die Mehrheit erringen.“

Diese Abgründe zeigten sich ebenfalls am 9. November, 20 Jahre nach der Novemberrevolution im Jahr 1938, als die Nationalsozialisten den Befehl für den inszenierten „Volkszorn“ gegen Juden in ganz Deutschland ausgaben. Hunderte Synagogen und Geschäfte wurden geplündert und angezündet, zehntausende Juden wurden deportiert, bis zu 1000 Menschen wurden ermordet.

In Hessen begannen die Übergriffe besonders früh. Schon am 8. November zündeten Nationalsozialisten die Synagoge in Bad Hersfeld an. Angriffe auf  jüdische Gotteshäuser und Geschäfte gab es auch in Fulda, Witzenhausen, Herborn, Melsungen, Darmstadt und Frankfurt, wo  die Synagogen am Börneplatz, in Höchst und in Bockenheim zerstört wurden. Die Westend-Synagoge hat als einziger von 44 jüdischen Gebetsräumen in Frankfurt die Pogrome und die Bombenangriffe im Zweiten Weltkrieg überstanden.

Zum 80. Jahrestag der Pogromnacht finden zahlreiche Gedenkveranstaltungen in Hessen statt, unter anderem in der Frankfurter Paulskirche. Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier rief bei einer Gedenkstunde am Donnerstag in der Westend-Synagoge zum Kampf gegen Antisemitismus auf. „So etwas darf sich niemals wiederholen. Das war der Tiefpunkt der Zivilisation.“

Plädoyers im Mordfall Johanna

Der seit rund einem halben Jahr laufende Prozess gegen den mutmaßlichen Mörder der kleinen Johanna steuert auf sein Ende zu. Vor dem Landgericht Gießen werden heute um 9 Uhr die Plädoyers erwartet. Angeklagt ist ein 42 Jahre alter Mann, der im September 1999 die damals Achtjährige aus Ranstadt (Wetteraukreis) in sein Auto gezerrt, missbraucht und ermordet haben soll.

Der Mann räumt die Entführung ein, stellt den Tod des Kindes aber als Versehen dar. Ermittlungen in einem anderen Missbrauchsfall hatten die Polizei auf die Spur des Friedrichsdorfers gebracht, festgenommen wurde er im Oktober 2017. (mit Agenturen)

Die Zeitung für Menschen mit starken Überzeugungen.

Multimedia App E-Paper
App
Online Kundenservice Abo-Shop
Ok

Um Ihnen ein besseres Nutzererlebnis zu bieten, verwenden wir Cookies. Durch Nutzung unserer Dienste stimmen Sie unserer Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen