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Darmstadt Züge sind immer voller

Mit Digitaltechnik und Netzausbau will der RMV den wachsenden Fahrgastzahlen begegnen. Der Nachtverkehr wird ausgeweitet.

Hauptbahnhof Darmstadt
43.000 Fahrgäste frequentieren täglich den Darmstädter Hauptbahnhof. Foto: Rolf Oeser

Mit 43.000 Reisenden am Tag ist der Darmstädter Hauptbahnhof nach Frankfurt der zweitgrößte Bahnhof Hessens. Doch solche Fahrgastströme wollen erst einmal gelenkt sein. „Die lokalen Netze müssen angebunden werden, um die Leute zu verteilen“, sagte Gerd Weibelzahl, Leiter der Verkehrsplanung bei der Darmstadt-Dieburg Nahverkehrsorganisation (Dadina), bei einem Besuch von Hessens Finanzminister Thomas Schäfer (CDU) vergangene Woche. Der Minister war gekommen, um sich darüber zu informieren, wie der RMV (Rhein-Main-Verkehrsverbund) als Dachorganisation die drei Milliarden Euro, die das Land bis 2021 für den Betrieb von Bussen und Bahnen zugesagt hat, investieren will. Denn „das Land Hessen setzt sich mit Nachdruck für den Öffentlichen Nahverkehr ein“, sagte Minister Schäfer.

RMV-Geschäftsführer Knut Ringat machte deutlich, dass die Schienenverbindungen um den Knoten Frankfurt an der Belastungsgrenze seien. Und die Bevölkerung wachse weiter. Die Züge würden immer voller, dadurch verlängerten sich Abfahrtzeiten, und es komme zu Verspätungen. „Wir könnten mehr Menschen befördern, wenn wir das Angebot erweitern könnten,“ sagte Ringat. Dabei benötige man nicht nur mehr eigene Gleise für Nah- und Regionalverkehr zwischen den Städten, sondern auch umfangreichere emissionsarme Lösungen für die Innenstädte, um eine attraktivere Alternative zum Auto zu bieten. Unter dem Dach des RMV werden dabei die Planungen von regionsübergreifenden Projekten koordiniert. „Hier laufen die Bemühungen aller Partner zusammen“, so Ringat.

So soll in Darmstadt beispielsweise das Straßenbahnnetz ausgebaut werden. Die Linie 2 werde bis zur Lichtwiese erweitert, dafür gebe es jetzt den Planfeststellungsbeschluss, so Weibelzahl. Außerdem werde über eine Verlängerung der Tram bis in den Westen von Griesheim diskutiert. „Und die Straßenbahn nach Weiterstadt ist auch nicht vergessen worden.“

Heag Mobilo setzt auf Digitalisierung

Das Verkehrsunternehmen Heag Mobilo setzt auf Digitalisierung, vor allem beim Ausbau der Fahrgastinformation, aber auch bei der Entwicklung der Fahrzeugtechnik und dem Einsatz neuer Mobilitätsformen. Die Neuerungen reichen von WLAN in allen Bussen und Straßenbahnen über Echtzeitinformation im Fahrzeug bis hin zu Forschungsprojekten wie der Entwicklung von Fahrerassistenzsystemen bei Straßenbahnen oder bedarfsorientierten Angebotsfahrten wie On-Demand-Shuttleverkehren. „In den nächsten zwei Jahren wollen wir einen Praxistest zum On-Demand-Verkehr starten“, kündigte Geschäftsführer Matthias Kalbfuss an. Heag Mobilo arbeitet derzeit an der Ausgestaltung des Konzepts. Auch müssen noch Anträge zur Förderung gestellt werden.

Ein durchgängiger Nachtverkehr in der Region soll nach Ende der Sperrung des Frankfurter S-Bahn-Tunnels am 5. August starten. Mit dem Fahrplanwechsel im Dezember sollen die Stadtverkehre folgen, kündigte Ringat an. Das Angebot soll zunächst in den Partynächten – also Freitag, Samstag und vor Feiertagen – starten. Weitere Details will der RMV in den nächsten Wochen mitteilen.

Neue Wege werden auch abseits der Infrastruktur gegangen: Seit wenigen Tagen könne man über die RMV-App auch Tickets im Fernverkehr der Deutschen Bahn kaufen, so Ringat.

Entspannt hat sich die Situation im Fahrradparkhaus. Dessen Durchgang war 2017 wegen der zahlreichen Fahrgäste geöffnet worden. Nachdem es zu Beginn zu Fahrraddiebstählen oder Unsicherheiten bei den Nutzern gekommen war, habe sich „die Szene beruhigt“, wie Gisbert Brauner, Leiter Vertrieb und Fahrplan bei der Deutschen Bahn, sagte. Gerade im Sommer würden Fahrradparkhaus und Radabstellmöglichkeiten vor dem Hauptbahnhof stark genutzt.

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