Lade Inhalte...

Darmstadt Von Schmuck, Likör und Puppen

65 Aussteller sind beim Frauen-Kreativ-Markt im Justus-Liebig-Haus am Wochenende dabei.

Karola Rinke
Es grünt so grün:Bei Karola Rinke werden Alltagsgegenstände mit Kunstrasen überzogen. Foto: Monika Müller

Dieses Mal habe ich mir eine Regel gesetzt: Ich kaufe eine Sache erst, wenn ich sie mir dreimal angeschaut habe“, sagt Sandra Haverman. Im vergangenen Jahr, so fügt sie hinzu, habe sie recht viel Geld beim Frauen-Kreativ-Markt ausgegeben. „Die Sache sind zwar alle schön, aber letztlich war es mehr, als ich ausgeben wollte – dieses Jahr bin ich vorsichtiger.“

Den Besuchern beim Frauen-Kreativ-Markt am Wochenende im Justus-Liebig-Haus wird es aber auch in diesem Jahr nicht leicht gemacht: Die 65 Ausstellerinnen und Aussteller haben viel anzubieten, von Mode über Schmuck zu Marmelade oder Likör bis zu Kunsthandwerk. „Ja, Aussteller gibt es auch, Männer sind trotz des Namens als Aussteller gern gesehen“, sagt Organisatorin Brigitte Hohls.

Vor rund elf Jahren hat Hohls die Organisation des Marktes übernommen und dafür mit sieben Unterstützerinnen den Trägerverein „Frauen kreativ“ gegründet. „Ich wusste, nur mit einem Verein im Rücken lassen sich Sponsoren für den Markt gewinnen“, sagt sie. Allerdings sei in den vergangenen Jahren die Spendenbereitschaft zurückgegangen. Bereits 2017 musste deshalb Eintritt erhoben werden. „Nur einen Euro pro Person, aber ohne den ging es nicht“, sagt Hohls. Die Standgebühr könne sie nicht anheben, damit würde sie Aussteller verlieren.

Auch die Organisation sei zunehmend komplexer geworden, über weniger Bürokratie und mehr Helfer würde sich die 68-Jährige freuen. „Mit über 70 muss ich den Markt nicht organisieren“, sagt sie, neue Unterstützerinnen seien daher willkommen. Hohls ist selbst als Ausstellerin vertreten, Schmuck und Holzarbeiten bietet sie an. Sie versuche, ein abwechslungsreiches Angebot von Ausstellern aus dem Raum Darmstadt zu organisieren.

„Ich bin noch gar nicht dazu gekommen zu schauen, was es sonst noch alles gibt“, räumt Karola Rinke ein. Mit ihrer „Rasenkunst“ ist sie erstmals auf dem Markt vertreten. „Beim Kunsthandwerkermarkt hat mich die Organisatorin angesprochen und hierher eingeladen“, sagt sie. Aus Kunstrasen und gebrauchten Materialien fertigt Rinke seit 2012 Kunstobjekte an. Taschen, Kleiderhaken oder Dosen, alle sind sie mit Rasen überzogen und echte Hingucker auf dem Markt.

Hingucker sind auch die Puppen, die feilgeboten werden. Etwa die von Andrea Schmidt. Die gelernte Kürschnerin hat sich auf Plüschtiere spezialisiert. „Für so eine Katze brauche ich knapp vier Stunden“, sagt sie und weist auf eine lebensgroße Figur. Auch sie ist erstmals auf dem Kreativmarkt vertreten.

Ein gern gesehener Gast seit Jahren ist die Langenerin Mechthild Brück mit ihren Handspielpuppen. „Besonders beliebt sind die Sprechpuppen oder natürlich die fürs Kaspertheater“, sagt sie. Neben klassischen Figuren wie Prinzessin oder Hexe gibt es etwa auch Piraten. „Die Klassiker gehen aber besser, denn die Kinder wollen zu Hause ja die Märchen nachspielen“, sagt sie.

Zum zweiten Mal dabei ist Natalia Mattes mit ihren Möbeln. Die Darmstädterin arbeitet Groß- und Kleinmöbel auf und bemalt sie nach Kundenwunsch. Ob ein Pfau oder gar ein ganzes Set von Spielkarten, grundsätzlich sei jedes Motiv möglich, sagt sie. „Mein Kopf ist da voller Ideen“, sagt sie und lacht.

Die Entscheidung, was bei der großen Auswahl erstanden wird, fällt einigen Besuchern sichtlich schwer. Etwa am Stand von Brigitte Schneider mit selbstgemachten Likören oder Marmeladen. Auch Haverman hat bei Schneider gekauft. „Die Möhren-Konfitüre orientalisch klang einfach zu lecker“, sagt sie und lacht.

Die Zeitung für Menschen mit starken Überzeugungen.

Multimedia App E-Paper
App
Online Kundenservice Abo-Shop
Ok

Um Ihnen ein besseres Nutzererlebnis zu bieten, verwenden wir Cookies. Durch Nutzung unserer Dienste stimmen Sie unserer Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen