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Darmstadt und Offenbach 850 Menschen protestieren gegen die NPD

Menschen in Darmstadt und Offenbach wehren sich gemeinsam gegen die "Deutschlandreise" der NPD, die in beiden Städten Station macht. Nach Aufrufen von Parteien und Verbänden demonstrieren 850 Neonazi-Gegner.

03.08.2012 16:28
Die NPD tourt derzeit mit ihrer "Deutschlandreise" durchs Land - auch auf dem Römerberg in Frankfurt gab es Proteste (am 27. Juli 2012). Foto: Andreas Arnold

Etwa 850 Menschen haben am Freitag in Darmstadt und Offenbach gegen zwei NPD-Kundgebungen demonstriert. Mit viel Lärm übertönten in Darmstadt 600 Menschen die Veranstaltung von neun Anhängern der rechtsextremen Partei, wie die Polizei berichtete. Die Protestaktion verlief nach Angaben eines Sprechers friedlich. Allerdings seien einige Eier gegen den Wagen der NPD geflogen.

Auch in Offenbach blieb es „ruhig und friedlich“, wie ein Polizeisprecher sagte. Dort hatten 250 Menschen gegen den Aufmarsch von sieben NPD-Anhängern demonstriert.

Zur Gegendemo in Darmstadt hatten Oberbürgermeister Jochen Partsch (Grüne), der DGB, mehrere Initiativen und alle im Stadtparlament vertretenen Parteien aufgerufen. Der Rathauschef sprach von einem „beeindruckenden Statement der Stadtgesellschaft“ gegen Rechts.

Enttäuschung über grünes Licht für NPD-Demo

Die Stadt hatte die Kundgebung der NPD zunächst verboten. Die Sache kam vor Gericht, und der Verwaltungsgerichtshof in Kassel gab schließlich grünes Licht dafür. Partsch nannte die richterliche Entscheidung enttäuschend. Nach der im vergangenen Jahr bekanntgewordenen Neonazi-Mordserie müsse man heute solche Kundgebungen anders bewerten.

Die NPD hatte mit einem Eilantrag beim Darmstädter Verwaltungsgericht zunächst erwirkt, dass das Versammlungsverbot der Stadt nicht vollstreckt werden durfte. Dagegen hatte wiederum die Stadt beim Hessischen Verwaltungsgerichtshof in Kassel Widerspruch eingelegt. Bereits zuvor hatte Oberbürgermeister Partsch entschieden, durch alle Instanzen zu gehen, um das Verbot durchzusetzen. „Wir hätten uns anderes erhofft“, kommentierte Partsch auf Anfrage die Entscheidung des Verwaltungsgerichtshofs.

NPD kommt auf "Deutschlandfahrt" nach Marburg und Kassel

Nach Angaben der „Antifaschistischen Gruppe 5“ will die NPD auf ihrer sogenannten „Deutschlandfahrt“ am Samstag auch in Marburg und Kassel Halt machen. In Marburg wurde die Kundgebung der Stadt zufolge nicht verboten. Zehn bis 25 Teilnehmer seien angemeldet, Gegendemos bisher nur angekündigt worden. In Kassel formierte sich breiter Widerstand gegen eine dort geplante NPD-Kundgebung. Ein Bündnis aus Parteien und gesellschaftlichen Organisationen rief für Samstag zur Gegendemonstration auf.

Gerade in der Stadt, wo vor sechs Jahren der Internetcafébesitzer Halit Yozgat von rechtsextremen Terroristen ermordet wurde, sei Protest gegen derartige Aufmärsche eine Selbstverständlichkeit, sagte der Geschäftsführer des SPD-Unterbezirks, Norbert Sprafke, am Freitag.

(dpa, dapd)

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