Lade Inhalte...

Darmstadt Stadt mischt beim Ausbau von Carsharing mit

Heag-Konzern und Book-n-Drive gründen eine neue Gesellschaft. Der Fuhrpark, der derzeit 150 Autos umfasst, soll sich bis 2022 auf 450 Fahrzeuge verdreifachen.

Darmstadt
Auch unweit der Hochschule befindet sich an der Berliner Allee eine Carsharing-Station. Foto: Jens Joachim

Wenn Oberbürgermeister Jochen Partsch (Grüne) auf die Verkehrssituation in Darmstadt zu sprechen kommt, dann dauert es nicht lange, bis der passionierte Radfahrer in Rage kommt. Seine Botschaft lautet dann: „Wir müssen den Autoverkehr in der Stadt gravierend reduzieren.“ Gleichwohl hat auch Partsch festgestellt, dass die Fortbewegungsmöglichkeiten immer vielfältiger und damit individueller werden. Daher setzt sich der OB „für eine verantwortungsvolle Mobilität“ ein, die zugleich den Verkehr in der Stadt entlasten soll.

Nach Auffassung Partschs trifft dies beim Thema Carsharing – also der Nutzung eines Fahrzeugs durch mehrere Fahrer – zu. Das Angebot soll nun in der Stadt deutlich erweitert werden. Der Magistrat hat daher auf seiner jüngsten Sitzung der Gründung einer neuen Gesellschaft, der Heag Book-n-Drive Carsharing GmbH, zugestimmt.

An dem Unternehmen werden die Heag und die Book-n-Drive Mobilitätssysteme GmbH zu gleichen Teilen beteiligt sein. Die Heag werde sich um die Vermarktung des Angebots in der Stadt kümmern, kündigten die beiden Heag-Vorstände Klaus-Michael Ahrend und Markus Hoschek nun an. Weitere Gesellschaften des Stadtkonzerns wie der Bauverein, das Verkehrsunternehmen Heag mobilo und der Eigenbetrieb Immobilienmanagement sollen in die Kooperation einbezogen werden. Konkret heißt dies, dass öffentliche Stellplätze, in den Wohnquartieren sowie an Halte- beziehungsweise Park-and-Ride-Stationen, für Carsharing-Wagen zur Verfügung gestellt werden. Book-n-Drive werde sich auf die operativen Aufgaben konzentrieren, sagte Udo Mielke, der Geschäftsführer des Unternehmens.

Bereits seit einigen Jahren bietet Book-n-Drive Carsharing in Darmstadt an. Die Wissenschaftsstadt sei wegen ihrer etwa 45 000 Studierenden als Markt besonders attraktiv. Derzeit umfasst der Carsharing-Fuhrpark in Darmstadt rund 150 Autos. Ziel sei es, diesen in den nächsten fünf Jahren auf 450 Wagen zu verdreifachen, kündigte Mielke an.

Auch die Stadt will diese Entwicklung unterstützen. Denn mit dem Beschluss des bundesweiten Carsharing-Gesetzes, welches im September in Kraft treten wird, soll es Kommunen künftig ermöglicht werden, zusätzliche Stellplätze auf öffentlichen Straßen oder Wegen auszuweisen sowie zu vermieten.

Die Stadt will mit dem Angebot Verkehrsteilnehmer dazu motivieren, nicht mehr nur ein Verkehrsmittel zu nutzen, um ihren Bestimmungsort zu erreichen. Vielmehr sollen sie dazu animiert werden, dafür unterschiedliche Fahrzeuge – wie das Fahrrad, den Bus, die Bahn oder eben das Auto aus dem Carsharing-Fuhrpark zu nutzen.

Die neue Gesellschaft wird künftig auch andere städtische Beteiligungen in das Carsharingangebot einbeziehen. Beschäftigten soll ein Pool an Wagen zur Wahl stehen, so dass diese auf Dauer auf ein eigenes Fahrzeug verzichten können.

Uwe Schuchmann, der Zweite Vorsitzende des Kreisverbands Darmstadt-Dieburg des Verkehrsclubs Deutschland, sagte der FR, er teile die Einschätzung der Deutschen Umwelthilfe, dass stationäres Carsharing „ein guter Beitrag“ zur Verkehrswende sei. Frei in der Stadt abstellbare Carsharing-Fahrzeuge seien jedoch bedenklich, weil auch kurze Wege mit dem Auto zurückgelegt würden, anstatt zu laufen, mit dem Rad, dem Bus oder der Straßenbahn zu fahren.

Die Zeitung für Menschen mit starken Überzeugungen.

Multimedia App E-Paper
App
Online Kundenservice Abo-Shop
  • Nutzungsbasierte Onlinewerbung
  • Mediadaten
  • Wir über uns
  • Impressum