Lade Inhalte...

Darmstadt/Mainz Gemeinsam gegen Altersarmut

Eine Genossenschaft will sich gegen wirtschaftliche Benachteiligung einsetzen. Dabei kann jede und jeder mitmachen.

Alterarmut
Eine aktuelle Studie der Bertelsmann-Stiftung zeigt: In 19 Jahren wird jeder fünfte, der in Rente geht, von Altersarmut bedroht sein. Foto: Christoph Boeckheler

In 19 Jahren wird jeder fünfte, der in Rente geht, von Altersarmut bedroht sein, wie eine aktuelle Studie im Auftrag der Bertelsmann-Stiftung ergab. Während sich die Politiker noch darüber streiten, ob eine Rentenreform nötig ist, haben zwei Frauen beschlossen, etwas gegen Armut im Alter zu tun. Sabine Berg aus Darmstadt und Elisabeth Kolz aus Mainz haben die „Wohlstandsgenossenschaft BerufsErfolg & AltersReichtum eG“ gegründet. Ihr Motto: „Weiber wollen Wohlstand – Männer auch“.

22 Mitstreiter sind zum Gründungstermin erschienen und haben 66 Anteile je 100 Euro gezeichnet. „Damit haben wir eine breite Basis, die die Idee trägt“, sagt die 49-jährige Sabine Berg der FR. Weitere Interessenten aus Darmstadt, Riedstadt, Messel, Frankfurt und von der Bergstraße gebe es. Das Ziel: Altersarmut politisch wie gesellschaftlich ins Bewusstsein rücken.

Vielen sei nicht bewusst, dass sie selbst betroffen sein könnten. „Um die Schere zwischen Arm und Reich zu schließen, müssen wir einander wirtschaftlich stark machen“, lautet das Credo der Genossenschaft. Das heiße für die Reichen soziales Engagement nicht in Spenden, sondern in das Teilen von sozialem, kulturellem und ökonomischem Kapital zu stecken; und für Menschen mit weniger Geld, sich dieses anzueignen.

Erreichen will dies die Genossenschaft mit Vorträgen, Workshops und Seminaren. Mitmachen kann jeder. Zielgruppe sind junge Menschen, die bei mehr Berufserfolg weniger von Armut bedroht sind, Menschen im mittleren Alter, die noch in Vorsorge investieren könnten, sowie Menschen die von Altersarmut betroffen sind. Außerdem soll eine Plattform entstehen, auf der sich alle Akteure, die mit dem Thema zu tun haben, vernetzen können.

Da Frauen wegen Kindererziehung und Pflege von Angehörigen oft einen Karriereknick erleiden, fordert die 63-jährige Ideengeberin Elisabeth Kolz in der Wormser Zeitung: „Diese Zeiten müssten rententechnisch anerkannt werden.“ Die Genossenschaft wendet sich zwar nicht nur an Frauen, allerdings hätten die noch einiges von Männern zu lernen: „Lasst uns Seilschaften bilden“, sagt Berger. Frauen müssten aufhören, ihre Qualifikationen herunterzuspielen und sich „selbst zum Erfolg ermächtigen“. Darum dreht sich auch eine der ersten vier geplanten Veranstaltungen. In einer Auftaktveranstaltung soll das Konzept vorgestellt und in das Thema eingeführt werden. Unter anderem referiert Eric Heuser darüber, „warum wirtschaftliche Intelligenz auch weiblich sein muss“. Sabine Berg und ihr Duo „Die Schau-Madams“ zeigt Sketche zum Thema.

Auftaktveranstaltung am Dienstag, 11. Juli, ab 18 Uhr im Foyer der Mainzer Volksbank, Neubrunnenstraße. Infos: www.wohlstandsgenossenschaft.de

Die Zeitung für Menschen mit starken Überzeugungen.

Multimedia App E-Paper
App
Online Kundenservice Abo-Shop
Ok

Um Ihnen ein besseres Nutzererlebnis zu bieten, verwenden wir Cookies. Durch Nutzung unserer Dienste stimmen Sie unserer Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen