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Darmstadt Kostenlose Lastenfahrräder für alle

Darmstadt startet demnächst das Projekt „Heiner-Bike“: Fünf elektrisch betriebene Lastenräder können kostenlos ausgeliehen werden.

Cargobike
Gleiches Fabrikat, andere Farbe: ein Cargobike der Marke Cruiser Long in Konstanz. Foto: privat

Wer kein Auto hat, kann beim Transportieren von Getränkekisten, Blumenerde oder auch dem kaputten eigenen Fahrrad ganz schön in die Bredouille kommen. Abhilfe können Lastenfahrräder schaffen. Doch die sind sperrig und in der Anschaffung teuer. Das dachte sich auch Martin Huth von der Darmstädter Transition-Town-Initiative, als er 2015 die Idee eines entsprechenden Fahrradverleihs aus Konstanz am Bodensee mitbrachte.

Gemeinsam mit der Stadt Darmstadt als Träger wird derzeit das Projekt „Heiner-Bike“ realisiert. Martin Huth bestellte vor kurzem fünf elektrisch betriebene Lastenräder im Wert von 20 000 Euro. Finanziert werden die Räder von der Stadt und zu 90 Prozent aus Fördermitteln des Bundes.

Auch der laufende Betrieb wird im Rahmen der Nationalen Klimaschutzinitiative des Bundesumweltministeriums für die Dauer von zwei Jahren mit dem Programm „Kurze Wege für den Klimaschutz“ gefördert. Zehn Prozent der Kosten trägt auch hier die Stadt. „Heiner-Bike“ ist ein Baustein des größeren Förderprogramms „Lincoln by bike“, das eine ganze Reihe von Maßnahmen umgreift, wie etwa Radwegebau.

„Die Organisation des Verleihs sowie die Öffentlichkeitsarbeit macht Transition Town ehrenamtlich und nichtkommerziell“, sagt Huth. Dem Netzwerk sei wichtig, dass es sich um ein kostenloses Angebot handle. Jeder soll sich ein Heiner-Bike ausleihen können. „Wir wollen Kommerzialisierung und Kapitalismus etwas entgegenstellen“, sagt der 37-jährige Elektroingenieur. Zudem würde die Abrechnung einer Leihgebühr den administrativen Aufwand erhöhen.

Doch zunächst werden Paten und Verleihstationen für die Lastenräder gesucht. „Die Idee ist, dass die Räder an unterschiedlichen Stellen in der Stadt zur Verfügung stehen und sich ein möglichst großer Kreis von Bürgern damit vertraut machen kann“, erklärt Verkehrsdezernentin Barbara Boczek (Grüne).

Vorgesehen ist, dass ein Rad für mindestens sechs Wochen an der selben Ausleihstation steht. Der Pate vergibt das Rad, das vorher über die Homepage von Heiner-Bike gebucht wurde. Mit der Buchung hat der Pate nichts zu tun, er notiert nur beim Abholen den Namen des Ausleihers. „Das dauert höchstens fünf Minuten und passiert maximal einmal am Tag“, so Huth. Denn die 2,55 Meter langen Räder können für jeweils ein bis drei Tage ausgeliehen werden. Bisher rechnet Huth mit etwa zehn Freiwilligen, die sich bereits gemeldet haben. Im Frühjahr soll die Ausleihe starten. Anders als in Konstanz sollen die Räder hellgrün sein.

Mit fünf Rädern ist das Darmstädter Projekt das bislang größte im Rhein-Main-Gebiet: In Frankfurt verleiht die Initiative Matemobil ein Lastenrad und drei Fahrradanhänger. In Mannheim bietet das LaMa-Team ein Lastenrad.

„Heiner-Bike“ ist nur eins der Projekte von Transition Town. Unter anderem hat das Netzwerk in Darmstadt auch die Initiativen „Essbares Darmstadt“ „Urbangarden“, „Solidarische Landwirtschaft“ und „Foodsharing Darmstadt“ auf den Weg gebracht.

Infos sind im Internet unter www.transition-darmstadt.de, heinerbike.de oder verkehrswende- darmstadt.de zu finden.

Lesen Sie mehr zum Thema in unserem Dossier Radfahren in Frankfurt und Rhein-Main

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