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Darmstadt Funksignale aus dem Hinterhof

„Radio Darmstadt“ sendet seit 20 Jahren. Der nichtkommerzielle Lokalsender sucht ein neues Domizil ab Mitte 2020.

Teamwork: Die Moderatoren und Vorstandsmitglieder Markus Lang, Petra Schlesinger und Aurel Jahn (v.l.) freuen sich über das neue digitale Studio. Foto: Renate Hoyer

Der Weg zur Jubiläumsfeier von „Radio Darmstadt“ führt über einen Hinterhof. Damit sich Besucher nicht verirren, haben die Radiomacher mit knalliger blauer, roter und weißer Farbe auf die Straße am Steubenplatz den Schriftzug „20 Jahre RAdAR“ aufgesprüht.

Das Funkhaus des nichtkommerziellen Lokalradios befindet sich neben einem griechischen Restaurant. Im benachbarten Bürogebäude haben auch die Darmstädter CDU, eine Treuhandgesellschaft, eine Kanzlei, eine Design- und Kommunikationsagentur sowie ein Kosmetikinstitut ihren Sitz.

Im Eingangsbereich werden die Besucher von Julia und Dennis empfangen, die bei „Radio Darmstadt“ ihr freiwilliges soziales Jahr im Kulturbereich absolvieren. Eine Ampel leuchtet rot und signalisiert mit dem Hinweis „On Air“, dass gerade live gesendet wird. Die 20-jährige Julia Greb stammt aus Lautertal im Odenwald. Sie moderiert auch einmal im Monat die Sendung „Freetime Radio“, die sich Freizeitthemen widmet. Und im Zweiwochenrhythmus stellt sie zusammen mit einem weiteren Vereinsmitglied in der Sendung „GiGparade“ lokale Bands aus Darmstadt vor. Greb sagt, sie freue sich, dass auch junge Leute ihre Ideen einbringen und moderieren könnten. Unterstützt werden die jungen Radiomacher dabei von den erfahrenen Vereinsvorstandsmitgliedern Petra Schlesinger, Markus Lang und Aurel Jahn, die schon seit knapp 20 Jahren im Verein sind.

Jahn blickt zurück und berichtet, wie es zur Gründung des Darmstädter Bürgerradios kam: Begonnen habe alles 1994, als das hessische Privatrundfunkgesetz novelliert worden sei, um nichtkommerzielle Lokalradiostationen in Hessen zu ermöglichen. Noch im selben Jahr sei der Verein Radar von sieben Personen in den Räumen des Darmstädter Hausfrauenbunds gegründet worden.

Um zu dokumentieren, dass der Verein ein hochwertiges, lokales Radioprogramm stemmen kann, wurde im Sommer 1995 das erste Heinerfestradio veranstaltet. Sendestandort waren die Räume des Vereins Werkhof an der Rundeturmstraße. Als erster Standort, berichten Jahn und Lang, sei ein kleines Sendestudio in einer Baracke im Hinterhof eines Gebäudes an der Bismarckstraße am Herrngarten angemietet worden. Später wurde das beengte Domizil um eine Dependance an der Hindenburgstraße erweitert. Innerhalb kürzester Zeit führten die motivierten Radiomacher drei Veranstaltungssendungen durch. 1995 und 1996 jeweils ein Heinerfestradio und ebenfalls 1996 ein weiteres Veranstaltungsradio aus Anlass des Bundestreffens der Deutschen Turnerjugend in Darmstadt. Mitte Dezember 1996 erhielt Radio Darmstadt die Sendelizenz und nahm am 1. Februar 1997 den Dauersendebetrieb auf. Vereinsmitglieder finanzierten das Geld für die benötigten Geräte und Mischpulte vor.

Im Jahr 2000 zogen die Radiomacher dann in das Gebäude Steubenplatz 12. Wegen der hohen Miete erfolgte nach zehn Jahren der Umzug in ein etwas kleineres Nebengebäude im Hinterhof des Bürogebäudes, das einst eine Garage war. „Garage mit Regenschirm“ oder „Pappschachtel“ nennen Jahn und Lang das derzeitige Provisorium, in dem gestern ein neues Mischpult in Betrieb genommen wurde. Nach den Worten Jahns endet Mitte 2020 der Mietvertrag. Daher suchen die Radiomacher nach einem neuen Standort in der Stadt, der am besten an einer Straßenbahn- oder Bushaltestelle liegen sollte.

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