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Darmstadt-Eberstadt Dotter-Stiftung sucht 15 Stadtteil-Historiker

Wie in Frankfurt und Wiesbaden sollen sich auch in Eberstadt interessierte Laien der Lokalhistorie widmen. Projektkoordinator ist Erich Kraft, der Vorsitzende des Geschichtsvereins Eberstadt/Frankenstein.

Erich Kraft
Erich Kraft hat voriges Jahr auch das ?Lesebuch zur Eberstädter Geschichte? erstellt. Foto: Michael Schick

Das von der Stiftung der Polytechnischen Gesellschaft entwickelte Projekt „Stadtteil-Historiker“ expandiert nach Eberstadt. Die Frankfurter Stiftung kooperiert dabei mit der ausschließlich im südlichen Darmstädter Stadtteil wirkenden Hans Erich und Marie Elfriede Dotter-Stiftung. Letztere sucht noch bis Ende Februar bis zu 15 engagierte Bürgerinnen und Bürger, die sich von April an bis September 2019 der Bearbeitung eines Themas ihrer Wahl widmen möchten. Das Thema muss jedoch einen Bezug zur Eberstädter Geschichte haben. Teilnehmen können nach den Worten von Steffen Meder, dem zuständigen Projektleiter der Dotter-Stiftung, alle Geschichtsinteressierten – unabhängig von ihrem beruflichen Werdegang, ihrem Alter oder ihrer Nationalität. „Ihre Begeisterung für Geschichte soll die Stadtteil-Historiker miteinander verbinden“, so Meder.

Als Projektkoordinator konnte die Stiftung Erich Kraft, den Vorsitzenden des Geschichtsvereins Eberstadt/Frankenstein, gewinnen. Der 70-Jährige war 30 Jahre lang – bis zu seiner Pensionierung im Jahr 2010 – als Lehrer für Geschichte, Erdkunde und Musik am Ludwig-Georgs-Gymnasium in Darmstadt tätig. Nachdem er schon im Jahr 1982 an der Konzeption und Organisation der 1200-Jahr-Feier Eberstadts beteiligt war, wirkte Kraft 2002 als Festausschussvorsitzender an der Organisation der 750-Jahr-Feier der Burg Frankenstein mit.

Seit dem Gründungsjahr 2007 leitet Kraft den von ihm mitinitiierten Geschichtsverein Eberstadt/Frankenstein. Im vergangenen Jahr hat der Verein mit Unterstützung der Dotter-Stiftung das „Lesebuch zur Eberstädter Geschichte“ herausgegeben. Kraft war für die Redaktion, den Satz und die typographische Gestaltung des 195 Seiten umfassenden Bandes verantwortlich, der für 17 Euro bei der Buchhandlung H. L. Schlapp in Eberstadt, Heidelberger Landstraße 190, erhältlich ist. Er verfasste zudem acht der 23 lokalhistorischen Beiträge.

Derzeit arbeitet der Oberstudienrat im aktiven Ruhestand an der Fertigstellung eines weiteren Lesebuches, das sich mit der Geschichte der Burg, der Herrschaft und der Familie Frankenstein beschäftigt. Dieses soll im April vorgestellt werden. Parallel dazu wird sich Kraft ehrenamtlich um die Stadtteil-Historiker kümmern, um ihnen etwa zu erläutern, wo sie Dokumente in Archiven finden oder wie sie ihre Beiträge wissenschaftlich fundiert gliedern können.

Die Initiative, das Projekt auch in Eberstadt zu etablieren, kommt von Jürgen Frei, der die vergangenen drei Jahre Vorstandsvorsitzender der Dotter-Stiftung war. Das Projekt, das schon in Frankfurt und Wiesbaden bekannt ist, habe ihm als geschichtsinteressiertem Menschen „spontan gefallen“. So habe die Stiftung entschieden, das Projekt in Eberstadt zu übernehmen.

Kraft hat schon eine Liste mit mehr als drei Dutzend Themenvorschlägen erarbeitet. Diese reichen von der Geschichte des Eberstädter Bahnhofs über die einstigen Brauereien, Branntweinbrennereien und Bauernhöfe und die Bombennächte des Zweiten Weltkriegs bis hin zur Geschichte des Weinbaus in Eberstadt.

Interessierte können sich am Samstag, 24. Februar, zwischen 9 und 12.30 Uhr in den Räumen der Stiftung, Zerninstraße 10, in Darmstadt, beim „offenen Bewerbertag“ beraten lassen. Eine Voranmeldung unter presse@dotter-stiftung.de ist erwünscht. Wer Eberstädter Stadtteil-Historiker werden will, muss sich bis zum 28. Februar unter s.meder@dotter-stiftung.de bewerben. Die Dotter-Stiftung wird jeden der im März von einer Jury ausgewählten Stadtteil-Historiker mit 1000 Euro unterstützen.

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