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Darmstadt Anwohner wollen Bäume erhalten

Die Interessengemeinschaft im Johannisviertel protestiert gegen die Pläne zum Umbau der Frankfurter Straße.

Darmstadt
Baumretter: Bürger markieren an der Frankfurter Straße Bäume, die gefällt werden sollen. Foto: Rolf Oeser

Rund 60 Anwohner des Johannesviertels in Darmstadt haben gestern auf dem Viktoriaplatz gegen die geplante Fällung von Bäumen an der Frankfurter Straße entlang des Herrngartens sowie an der Bismarckstraße protestiert. Zu der Protestaktion hatte die „Interessengemeinschaft zum Umbau von Bismarckstraße, Willy-Brandt-Platz und Frankfurter Straße“ (IG 3) auch Oberbürgermeister Jochen Partsch und Umweltdezernentin Barbara Akdeniz (beide Grüne) eingeladen.

Zwei Tage vor der Oberbürgermeister-Wahl ließen es sich auch die OB-Kandidatin Kerstin Lau von der Wählervereinigung Uffbasse, der FDP-Kandidat Christoph Hentzen (FDP) sowie die beiden parteilosen Bewerber Achim Pfeffer und Thorsten Przygoda nicht nehmen, an der Veranstaltung teilzunehmen. Kinder hielten während der Aussprache zwischen OB Partsch, Umweltdezernentin Akdeniz und den Bürgern Protestplakate mit der Aufschrift „Schützt die Bäume“ in die Höhe.Anschließend zogen die Demonstranten zur Frankfurter Straße, um dort an den Bäumen Zettel mit schwarzen Kreuzen und der Aufschrift „Dieser Baum soll weg - Tu was!“ anzubringen.

Wie Partsch erläuterte, sollen wegen des geplanten barrierefreien Umbaus der Straßenbahnstrecke von und nach Arheilgen zehn Bäume gefällt werden. Partsch und Stadträtin Akdeniz versicherten den Demonstranten, es solle geprüft werden, ob die bestehenden hoch gewachsenen Bäume erhalten werden könnten, sofern sie nicht aus Sicherheitsgründen gefällt werden müssten.

Partsch sicherte den protestierenden Bürgern zu, dass er ihre Sorgen ernst nehme und diese ihre Anregungen im Rahmen des Planfeststellungsverfahrens äußern könnten. Die entsprechenden Unterlagen will das lokale Verkehrsunternehmen Heag mobilo noch in diesem Jahr beim Regierungspräsidium Darmstadt einreichen, wie ein Sprecher des Unternehmens gestern den aufgebrachten Bürgern sagte.

Initiativensprecherin Hildegard Dombrowe berichtete, dass die IG3 inzwischen ihre Hauptforderungen an die Stadt und Heag mobilo in einem Flugblatt zusammengestellt habe. Die Forderung zur Erhaltung der Bäume an der Frankfurter Straße und der Bismarckstraße habe zwar Priorität. Die Initiative fordere aber auch, auf eine „Verspargelung“ der Straße durch Masten für die Straßenbahn -Fahrleitung zu verzichten. Bisher seien die Fahrleitung wie auch die Straßenbeleuchtung „überwiegend unauffällig an den Hausfassaden befestigt“, so Dombrowe.

Zudem soll auf der Frankfurter Straße nach den Vorstellungen der Anwohner künftig nur noch Tempo 30 gefahren werden. „Dies sei schon im Luftreinhalteplan von 2015 vorgesehen gewesen, warf Georg Dombrowe Partsch vor.

Die Interessengemeinschaft fordert auch ein zusammenhängendes Radwegenetz in der Stadt „statt Buckelpisten und Slalomfahrten“. Zudem will die Initiative erreichen, dass die Straßenbahnhaltestelle an der Pallaswiesenstraße unter Beteiligung der Anwohner neu geplant werde.

Partsch entgegnete, die Stadt plane zusammen mit Heag mobilo, 16 größere Linden neu zu pflanzen. „Es werden nicht leichtfertig Bäume gefällt“, versicherte der grüne OB, der zugleich für eine moderne und leistungsfähige Umgestaltung der Straßen rund um den Willy-Brandt-Platz warb.

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