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Dalai Lama Darmstadt „Mein Traum ist, dass die ganze Welt eine Union wird“

Der Dalai Lama fordert in Darmstadt konkrete Schritte zur Entmilitarisierung der Welt. Unterstützung bekommt er dabei von Lech Walesa, Rebecca Johnson und Claudia Roth.

Dalai Lama in Hessen
Der Dalai Lama lacht bei einem Symposium zum Thema Gewaltlosigkeit ist der Weg mit Bundestags-Vizepräsidentin Claudia Roth. Foto: Boris Roessler (dpa)

Die gut drei Meter lange Attrappe einer B61-Bombe liegt als drohendes Mahnmal vor dem Eingang zum Kongresszentrum Darmstadtium. Gleich daneben baut das Friedensforum einen Tisch mit Info-Material auf. „Wir wollen darüber aufklären, dass heute noch Atomwaffen im deutschen Fliegerhorst Büchel lagern und sich Deutschland weigert, dem Atom-Waffenverbotsvertrag beizutreten“, sagt Regina Hagen von der Darmstädter Initiative.

Drinnen wird nicht nur der Dalai Lama, das geistige Oberhaupt der Tibeter, erwartet. Auch der ehemalige polnische Präsident und Nobelpreisträger Lech Walesa sowie Nobelpreisträgerin Rebecca Johnson von der Internationalen Kampagne zur Abschaffung von Atomwaffen (Ican) sowie Bundestagsvizepräsidentin Claudia Roth (Grüne) und andere Gäste werden erwartet.

Viele der 1300 Zuschauer, die eines der begehrten Tickets für das Symposium „Gewaltlosigkeit ist der Weg“ ergattern konnten, strömen schon kurz vor acht Richtung Foyer. Dort gibt es nicht nur Räucherwerk, Gebetsfahnen und Tibet-Stirnbänder zu kaufen. Auch die Tibet-Initiative Deutschland, die die Veranstaltung organisiert, und das Deutsche Polen-Institut sind vor Ort.

Viele der Gäste sind gekommen, um den Dalai Lama live zu erleben, manche kennen ihn auch schon und fühlen sich ihm und seinen Lehren seit Jahren verbunden wie etwa Astrid Jordan, die mit ihren Söhnen aus Bruchsal angereist ist: „Mich faszinieren seine Lehren“. Wolfgang Heenes aus Darmstadt sagt: „Auch das Thema und die anderen beiden Gäste interessieren mich.“

Die nächsten drei Stunden wird es in „einem der schönsten Säle Hessens“, wie Finanzminister Thomas Schäfer (CDU) sagt, darum gehen, dass Gewalt kein Mittel ist, um politische Konflikte zu lösen. Denn das sei es, was die drei Nobelpreisträger verbinde, sagt Schäfer, der die Landesregierung an diesem „wunderbaren Tag für unser Bundesland“ in Darmstadt vertritt. Hessen verbinde „ein besonders Maß an Solidarität und persönlicher Freundschaft mit dem geistigen Oberhaupt der Tibeter.

Darmstadts Oberbürgermeister Jochen Partsch (Grüne), der Schirmherr der bundesweiten Kampagne „Flagge zeigen für Tibet“ ist, zeigt sich bescheiden: Es sei nach 73 Jahren in Frieden und Freiheit keine große Tat eine Flagge zu hissen, solange weltweit viele Menschen ihr Leben dabei riskierten sich für Freiheit und Demokratie einzusetzen.

Wie etwa in Tibet, das seit dem Überfall durch China 1949 für seine Autonomie kämpft. Bislang ohne Erfolg.

Wie ein gewaltfreier Kampf erfolgreich sein kann, das erklärt Siniša Šikman vom Zentrum für angewandte gewaltfreie Aktionen und Strategien in seinem Vortrag während des Symposiums. Er unterstützte die Gruppe, die das serbische Milosevic-Regime stürzte. Sein Rezept: Einheit in der Organisation, Planung und Disziplin. Auch Humor sei hilfreich, denn viele Unterdrückte hätten Angst.

„Wir brauchen so etwas wie Solidarnosc, um Tibet gemeinsam zu befreien“, sagt der frühere Anführer der Bewegung Walesa. Dann sei es zu schaffen, genau wie der Fall der Berliner Mauer oder der Niedergang der Sowjetunion, an die noch kurz zuvor kaum jemand geglaubt habe. „Gewaltlosigkeit ist der Motor der Veränderung“, sagt der frühere polnische Gewerkschaftsführer.

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