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„Combat 18“ Nordhesse nach Neonazi-Schießtraining verurteilt

Das Amtsgericht Hof verurteilt den mutmaßlichen nordhessischen Neonazi Tobias V. zu einer Bewährungsstrafe. V. hatte illegal Patronen aus Tschechien eingeführt.

Urteil
In dem Fall um „Combat 18“ ist nun ein Urteil getroffen worden (Symbolbild). Foto: dpa

Der Nordhesse Tobias V. ist am Dienstag vor dem Amtsgericht im bayrischen Hof zu einer Bewährungsstrafe verurteilt worden. Er wurde im vergangenen September nahe der Grenze zu Tschechien mit Neonazis, die die Behörden der Gruppe „Combat 18 Deutschland“ zuordnen, von der Polizei kontrolliert. Damals fanden die Beamten bei V. Munition. Die Neonazis hatten im Nachbarland mit Schusswaffen trainiert.

Das Gericht sah es der Sprecherin Ulrike Hofmann-Beyer zufolge als erwiesen an, dass V. sich des „unerlaubten Verbringens von Munition in den Geltungsbereich des Waffengesetzes“ schuldig gemacht hatte, weil er insgesamt 24 Patronen mit nach Deutschland gebracht hatte – darunter Sturmgewehr- und Schrotflintenmunition. Der 27-Jährige sei zu einer Freiheitsstrafe von sechs Monaten verurteilt worden, die für die Dauer von zwei Jahren zur Bewährung ausgesetzt werde.

Zudem müsse er 2000 Euro an eine gemeinnützige Institution zahlen. Laut der Sprecherin ließ der nicht vorbestrafte V. aus Homberg (Efze) seinen Verteidiger den Vorwurf einräumen, äußerte sich aber darüber hinaus nicht. Deshalb sei auch der politische Hintergrund des Angeklagten kein Thema in der Verhandlung gewesen. Einem ersten Verhandlungstermin am 13. März war V. ferngeblieben und deswegen am Tag darauf kurzzeitig festgenommen worden. Damals wurde ein weiterer Angeklagter aus Nordhessen zu einer Geldstrafe verurteilt.

Ende September 2017 hatte die Polizei im Grenzort Schirnding zwölf Männer aus mehreren Bundesländern, die in Tschechien bei einem Schießtraining waren, angehalten und kontrolliert. Die Behörden rechnen sie der Neonazi-Gruppe „Combat 18 Deutschland“ zu, wie das Bundesamt für Verfassungsschutz mitteilte. „Combat 18“ steht in der rechten Szene international für den bewaffneten Arm des in Deutschland verbotenen Neonazi-Netzwerks „Blood and Honour“.

Das Urteil gegen V. ist noch nicht rechtskräftig.

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