Lade Inhalte...

Care Revolution Rhein-Main Care Revolution kämpft für Reformen bei Pflegeberufen

Prekäre Arbeitsverhältnisse, Rollenklischees und Ungerechtigkeiten - der Verein Care RevolutionRhein-Main fordert grundlegende Veränderungen in der Pflege.

Pflege
Jemand hält die Hand eines alten Menschen. (Symbolfoto) Foto: epd

Gut 1200 Euro, Monat für Monat für jede Bürgerin und jeden Bürger – ein solches „bedingungsloses Grundeinkommen“ ist nur eine der Forderungen des Netzwerkes Care Revolution, das sich seit etwa zwei Jahren für eine neue Rollenverteilung und Bewertung der sogenannten Sorgearbeit einsetzt.

Wie Elfriede Harth (68) im Gespräch mit der FR erläutert, ist Care Revolution im Anschluss an eine Tagung in Berlin entstanden, auf der festgestellt wurde, dass vor allem im sozialen Bereich immer mehr gespart werde. So müssten etwa alte Leute, die operiert wurden, immer früher das Krankenhaus verlassen. Care Revolution lehnt auch prekäre Arbeitsverhältnisse in der Familie ab. Wenn beispielsweise eine Frau aus der Ukraine für wenig Geld den Großvater pflege, aber selbst nicht wisse, wer ihre Kinder betreut, sei das schlecht, meint Harth. Ein Grundeinkommen für jeden stelle sicher, dass auch pflegende Angehörige ein Auskommen hätten und der Mensch, der die Pflege benötige, könne durch sein Grundeinkommen besser mitbestimmen, wie diese Pflege aussehen soll.

Grundlegende Neuausrichtung wünschenswert

Zur Finanzierung sagte Harth, es sei genug Geld da, es müsse nur anders verteilt werden. Auch eine Steuerreform sei notwendig und ein anderes Wirtschaftssystem. Nicht der Profit dürfe im Mittelpunkt stehen, sondern die Überlegung, was die Menschen brauchen.

Als Mutter von fünf Kindern und Großmutter von neun Enkelkindern hat die 68-Jährige selbst jede Menge Erfahrungen mit der Sorgearbeit gemacht – und hilft noch immer gerne aus, wenn zum Beispiel eines der Enkelkinder krank wird. Es sei schön, die Enkel aufwachsen zu sehen.

Die Familie ist für Harth ein ganz zentraler Begriff, aber auch die Gerechtigkeit. Die Männer müssten mehr in die Sorgearbeit einbezogen werden. Wenn sich nur immer die Frauen kümmern, müssten sie dafür häufig auch noch bezahlen – mit geringen Einkommen und im Alter mit einer viel kleineren Rente als der Durchschnittsmann, sagt Harth, die sich selbst auch als Feministin bezeichnet.

Am Samstag, 21. Oktober, ab 11.30 Uhr werden Delegierte aus verschiedenen Städten im Frankfurter Haus der Jugend zusammen mit Care Revolution Rhein-Main überlegen, wie es weitergehen soll. Am Abend ab 19 Uhr folgt die öffentliche Diskussion über das Grundeinkommen mit „Internationalen Gästen“. Am Freitag, 27. Oktober, rufen Care Revolution und das Netzwerk Inklusion Frankfurt dazu auf, sich an einem bundesweiten „Lichterlauf“ zu beteiligen.

Die Zeitung für Menschen mit starken Überzeugungen.

Multimedia App E-Paper
App
Online Kundenservice Abo-Shop
  • Nutzungsbasierte Onlinewerbung
  • Mediadaten
  • Wir über uns
  • Impressum