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Butzbach Jugendgästehaus bleibt erhalten

Wann das kreiseigene Jugendgästehaus „Hubertus“ wieder in Betrieb geht, bleibt auch nach der jüngsten Kreistagssitzung offen.

Wann das kreiseigene Jugendgästehaus „Hubertus“ wieder in Betrieb geht, bleibt auch nach der jüngsten Kreistagssitzung offen. Eine Mehrheit über die Große Koalition hinaus hat sich jedoch für den Erhalt ausgesprochen. Der Jugendhilfeausschuss hatte die „schnellstmöglich Wiedereröffnung“ gefordert. Der Betrieb lief bis 2015, danach wurde die Bungalows und Nur-Dach-Häuser für die Unterbringung von unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen benötigt. Seit knapp einem Jahr steht „Hubertus“ leer. 

Gleichwohl Mitglieder des Kreistags nach einem Ortstermin im Februar von einem guten Zustand der Anlage sprachen, sagte nun SPD-Fraktionschefin Christine Jäger: „Einfach den Schlüssel wieder umdrehen und weitermachen geht nicht.“ Die Anlaufkosten werden auf 400 000 Euro geschätzt. Mit diesem Betrag wären die Räumlichkeiten noch nicht einmal auf die heutigen Anforderungen gebracht, bemerkt Dirk Vogel, sozial-politischer Sprecher der CDU-Fraktion. 
Eine Wiedereröffnung soll daher mit einer Modernisierung der Anlage einhergehen, etwa durch den Einbau von Nasszellen in den Zimmern. Zudem sind einige Nur-Dach-Häuser nach 44 Jahren so marode, dass von Abriss die Rede ist. Drei Millionen werden für die Instandsetzung von „Hubertus“ in den Kreishaushalt 2019/20 eingeplant, lautet der Beschluss zum Antrag von CDU und SPD. 

Für den Jugendhilfeausschuss ist dies ein längst überfälliger Schritt. „Jahrzehntelang hat der Wetteraukreis zu wenig in diese wichtige soziale Einrichtung investiert und damit billigend in Kauf gekommen, dass dadurch auch die Belegungszahlen zurückgehen“, heißt es in einem Schreiben. Im Jahr 2014 zählte das Gästehaus noch 8300 Übernachtungen, was einer Belegungsquote von 60 Prozent entsprechen soll. Das Dekanat Wetterau der Evangelischen Kirche Hessen-Nassau verweist auf den Kreis Groß-Gerau, der ein Jugendlandheim bei Gedern erfolgreich führe, weil dort investiert werde. 

„Bei allen Bemühungen und Umsetzungen von Wirtschaftlichkeit darf die soziale Komponente eines Jugendgästehauses für die soziale Infrastruktur eines Landkreises nicht aus dem Blick geraten“, mahnt Wolfgang Dittrich, Referent im Dekanat, in einem Brief an den Jugendhilfeausschuss.

Doch bevor die Handwerker zu „Hubertus“ kommen, muss ein Nutzungskonzept aufgestellt werden, das auf Anregung der Grünen-Fraktion im Kreistag beraten wird. In welche Richtung es gehen könnte, hat der Jugendhilfeausschuss im November aufgezeigt. „Hubertus“ eigene sich wegen seiner Lage gut für die Natur- und Umweltbildung junger Menschen. Hierzu könnte mit den Umweltverbänden ein Konzept schrieben werden, heißt es.

Der Ausschuss hatte zudem eine Umfrage an Schulen im Kreis, Vereinen und Kirchengemeinden gestartet, um Bedarfe und Wünsche zu ermitteln. „Jugendgästehäuser in der aktuellen Form von Hubertus sind nicht mehr in Mode. Hier müssen neue Konzepte und Ideen gemeinsam mit allen Betroffenen gesammelt werden“, so die CDU-Fraktion. 

Die Union stellt zudem fest: „Auch ist es außergewöhnlich, dass ein Landkreis noch ein solches Jugendgästehaus bewirtschaftet.“ In Hessen gebe es nur noch vier Landkreise, die dies täten. Nach Auffassung der FDP sollten es bald nur drei sein. „Eigentlich war es einhellige Meinung, dass wir ‚Hubertus‘ schließen“, so die Fraktion im Kreistag. 

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